NSA-Enthüller Glenn Greenwald bekam zusammen mit seinen Kollegen einen Preis in den USA überreicht.

© Reuters/UESLEI MARCELINO

Netzpolitik
04/13/2014

NSA-Enthüller mit Georg Polk-Award ausgezeichnet

Für die Enthüllungen rund um den US-Geheimdienst NSA sind drei Journalisten des Londoner „The Guardian“ mit einem renommierten US-Preis ausgezeichnet worden.

Laura Poitras, Glenn Greenwald und Ewen MacAskill erhielten den George-Polk-Award für Journalisten am Freitag (Ortszeit) in New York. Sie hatten das ihnen von dem Informanten Edward Snowden zugespielte Material veröffentlicht. Aus dem gleichen Grund wurde auch Barton Gellman von der „Washington Post“ geehrt.

Poitras und Greenwald waren zum ersten Mal seit dem Beginn der Enthüllungen im vergangenen Juni wieder in den USA. Er wolle dies tun, weil „bestimmte Faktoren in der US-Regierung das feindliche Klima für Journalisten absichtlich verschärft haben“, hatte Greenwald zuvor der „Huffington Post“ gesagt.

Keine Probleme bei Einreise

„Aus Prinzip kann ich nicht zulassen, dass diese Taktiken mich davon abhalten, in mein eigenes Land zurückzukehren.“ Trotzdem sei er nicht sicher, ob er festgenommen werde. Probleme hatten die Journalisten nach eigenen Angaben aber bei der Einreise nicht. Der von den USA zur Fahndung ausgeschriebene Snowden hält sich weiter in Russland auf.

Der Polk-Preis wurde in 13 Kategorien vergeben. Insgesamt erhielten 30 Journalisten von 15 Medien eine Ehrung. Der Preis wird seit mehr als 60 Jahren verliehen und erinnert an den CBS-Korrespondenten George Polk, der 1948 im griechischen Bürgerkrieg starb. Zu den Preisträgern gehörten schon Walter Cronkite, Seymour Hersh, Susan Sontag und Norman Mailer.

Es wird auch erwartet, dass die Enthüllungen rund um die NSA bei den Pulitzer-Preisen berücksichtigt werden, die am Montag bekanntgegeben werden. Dafür werden allerdings nur journalistische Werke berücksichtigt, die in US-Medien veröffentlicht wurden.