Netzpolitik
06/21/2013

NSA: Genug Zeit zum Entschlüsseln von Daten

Wer seine Daten im Netz verschlüsselt verschickt, wird gerne von der NSA unter die Lupe genommen. Der Geheimdienst darf geschützte Inhalte so lange behalten, bis sie geknackt werden können.

Ein vom Guardian veröffentlichtes Dokument bestätigt, dass die NSA für verschlüsselte Daten noch weitreichendere Befugnisse hat, als bei nicht geschützten Informationen. Hier spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Inhaber US-Bürger ist oder nicht. Der Geheimdienst darf verschlüsselte Daten unbeschränkt aufbewahren, um sie zu analysieren und zu entschlüsseln, sofern der Verdacht vorliegt, dass die enthaltene Information in Zukunft relevant für die NSA werden könnte.

Das Guardian-Dokument zeigt auch, dass der Zugriff der NSA auf die Daten von US-Bürgern praktisch unbeschränkt ist. Offiziell wird zwar immer noch abgestritten, dass auch US-Amerikaner Ziel der Informationssammelwut sind. Aus den veröffentlichten Dokumenten geht aber hervor, dass  zahlreiche Ausnahmeregelungen auch die Überwachung der eigenen Bürger erlauben. So reicht es schon aus, dass die Daten eines US-Bürgers für den NSA relevant sein könnten, um einen Zugriff zu rechtfertigen.

Die Vorwürfe des Guardian-Informanten Edward Snowden, dass NSA-Analysten eigenmächtig entscheiden würden, wer überwacht wird, lässt sich mit den jetzt veröffentlichten Dokumenten nicht bestätigen. Hier ist meist von "schriftlicher Erlaubnis des Vorgesetzten" die Rede.

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