© Patrick Semansky, ap

Netzpolitik
11/23/2013

NSA infizierte 50.000 Netzwerke mit Schadsoftware

Der US-Geheimdienst NSA soll in den vergangenen Jahren in mehr als 50.000 Computernetzwerke weltweit Überwachungssoftware eingeschleust haben.

Die Malware sollte der NSA den Zugriff auf sensible Informationen ermöglichen, berichtet die niederländische Zeitung „NRC Handelsblad“ am Samstag unter Berufung auf Dokumente des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.

Die Zeitung verweist auf ihr vorliegende Präsentationsunterlagen des Geheimdienstes, die die Nutzung von „Computer Network Exploitation“ (CNE) - dem Infiltrieren von Computersystemen durch die Installation von Schadsoftware - durch die NSA und ihre Partnerorganisation belegen. Die in die Netzwerke eingeschleuste Überwachungssoftware könne von dem Geheimdienst ferngesteuert und bei Bedarf aktiviert werden, heißt es in dem Bericht weiter.

Phishing-Attacken

Als ein Beispiel nennt die Zeitung das im September bekannt gewordene Ausspionieren des belgischen Telekom-Anbieters Belgacom durch die NSA. Die Schadsoftware wurde dabei über Phishing-Attacken auf Belgacom-Mitarbeiter in das Netzwerk eingschleust.

Laut „NRA Handelsblad“ werden die NSA-Attacken von einer eigenen Abteilung, die sich Tailored Access Operations (TAO) nennt, ausgeführt. In der Abteilung sollen mehr als tausend Mitarbeiter beschäftigt sein. Seit 1998 wurden laut dem Bericht mehr als 50.000 Angriffe von der NSA-Truppe ausgeführt, rund 30.000 davon sollen in den vergangenen fünf Jahren stattgefunden haben.