Netzpolitik
07/24/2013

NSA: Können eigene E-Mails nicht durchsuchen

Der Geheimdienst arbeite mit einem "ein wenig antiquierten und archaischen" E-Mail-System, teilt man einem Reporter mit, der eine offizielle Anfrage stellte. Eine simple Suche in den E-Mail eigener Angestellten stellt den Prism-Betreiber angeblich vor unlösbare Probleme.

Der Journalist Justin Elliott von ProPublica stellte gemäß dem Freedom of Information Act (FOIA) einen Antrag, E-Mail-Konversationen zwischen der NSA und dem Fernsehsender National Geographic einsehen zu dürfen. Grund war die Ausstrahlung einer Dokumentation auf National Geographic, die den US-Geheimdienst nach dem Prism-Skandal in einem positiven Licht erstrahlen ließen. Die NSA teilte Elliott mit, dass man seiner Anfrage nicht entsprechen könne. "Es gibt derzeit leider keine zentrale Methode, um mit der Art und Weise, wie unsere Archive aufgebaut sind, eine E-Mail suchen zu können."

"Es ist wirklich erstaunlich", meint Mark Caramanica vom Reporter-Komitee für Pressefreiheit. "Das ist eine Agentur, von der behauptet wird, Millionen an Kommunikationsvorgängen in aller Welt zu überwachen und sie kann nicht einmal interne Kommunikation auf Anfrage zurückverfolgen."

Das Problem, auf offizielle Anfragen zu reagieren, sei bei vielen US-Behörden bekannt, meint Lucy Dalglish, Leiterin der Journalismusschule der University of Maryland. Die Archive von Bundesbehörden seien oft unterfinanziert.

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