Netzpolitik
28.10.2013

NSA sammelt 60 Millionen Telefondaten in Spanien

Innerhalb weniger Wochen hat der US-Geheimdienst NSA angeblich 60,5 Millionen Telefondaten in Spanien gesammelt. Der Inhalt von Gesprächen soll nicht belauscht worden sein.

Der US-Geheimdienst NSA hat einem Medienbericht zufolge in Spanien Ende 2012 Dutzende Millionen Telekommunikations-Datensätze gesammelt. Die Telefonnummern und Ortsangaben von mehr als 60,5 Millionen Telefonaten seien zwischen Dezember 2012 und Jänner 2013 gespeichert worden, schreibt der britische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald am Montag in der Madrider Zeitung "El Mundo".

Der Inhalt der Gespräche soll nicht belauscht worden sein. Die NSA soll nach dem Bericht auch persönliche Daten von Internet-, E-Mail-, Facebook- und Twitter-Usern in Spanien gesammelt haben. Greenwald beruft sich auf Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden.

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hatte am Freitag erklärt, ihm liege kein Beweis für eine US-Spionage in Spanien vor. Die Madrider Regierung hat für Montag den US-Botschafter James Costos ins Außenministerium zitiert. Die Zeitung "El País" hatte zuvor unter Berufung auf spanische Geheimdienstkreise berichtet, dass der Verdacht bestehe, auch in Spanien seien Millionen von Telefongesprächen, SMS und E-Mails ausgespäht worden.