Netzpolitik
15.09.2013

NSA überwacht internationale Kreditkartenzahlungen

Ein eigener Zweig innerhalb des US-Geheimdienstes NSA ist auf das Ausspähen von Geldtransaktionen spezialisiert. Das geht aus Snowden-Unterlagen hervor.

Einem Spiegel-Bericht zufolge hat die NSA auch Kreditkartentransaktionen im Visier. Ein NSA-Zweig namens „Follow the Money“ sei für das Ausspähen von Finanzdaten zuständig, wie aus Snowden-Unterlagen hervorgehe, die das Magazin eingesehen habe. Die Daten flössen in die NSA-Datenbank „Tracfin“, die schon 2011 rund 180 Millionen Datensätze enthalten habe - der Großteil davon, nämlich 84 Prozent, Kreditkartendaten. In dieser Datenbank werden auch Informationen aus dem europäischen Swift-System gespeichert, über das Banken den internationalen Zahlungsverkehr abwickeln. Dies passiere dem Bericht zufolge über verschiedene Methoden, wie etwa dem Anzapfen des Druckerverkehrs zwischen den Banken.

Visa im Visier der NSA

Zudem nehme die NSA die Zahlungsabwicklung großer Kreditkartenfirmen wie Visa ins Visier. Dies geht aus NSA-Dokumenten aus dem Jahr 2010 hervor. Ziel seien Transaktionen von Visa-Kunden in Europa, dem Nahen Osten und in Afrika. Laut den Dokumenten seien die Überwachung und das Ausforschen von Zugangspunkten erfolgreich. Eine Sprecherin von Visa schloss gegenüber dem Magazin allerdings aus, dass Daten aus den Firmennetzen abfließen könnten.