Netzpolitik
12.06.2016

NSA: Überwachung durch Herzschrittmacher und Kühlschränke

Durch das Anzapfen vernetzter Geräte, auf die die Besitzer angewiesen sind, will die NSA Informationen über Verdächtige sammeln.

Die NSA prüft Möglichkeiten, Daten von vernetzten Geräten wie Waschmaschinen, Herzschrittmachern oder Kinderspielzeug abzusaugen, wie theintercept berichtet. "Derzeit erforschen wir diese Möglichkeiten", sagte NSA-Vizedirektor Richard Ledgett vergangene Woche auf einer Sicherheitskonferenz. Vor allem medizinische Geräte seien in bestimmten Situationen ein interessantes Werkzeug, um Verdächtige im Auge zu behalten.

Die zunehmende Vernetzung von Geräten sei "sowohl ein Sicherheitsalbtraum als auch ein nachrichtendienstliches El Dorado". "Mein Job ist es, die Netzwerke anderer Menschen zu penetrieren. Komplexität ist also mein Freund", sagte Ledgett. Die NSA will sich vor allem auf bestimmte Geräte und Hersteller konzentrieren, von denen sie weiß, dass Verdächtige sie verwenden.

Fluch und Segen

Schon im Februar hat der NSA-Direktor James Clapper dem Guardian gesagt, dass vernetzte Geräte aller Art nützlich sein könnten, um Verdächtige "zu identifizieren, zu überwachen, ihre Position zu bestimmen oder die Zugriffsdaten für weitere Angriffe auf ein Netzwerk zu nutzen." In einem Brief an einen US-Senator präzisiert Clapper allerdings, dass Informationen, die von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Kinderspielzeug stammen, "keine anderen Arten der Geheimdiesntarbeit ersetzen können."

Derzeit gibt es keinen NSA-Mitarbeiter mit einem Herzschrittmacher. Wenn es aber so weit käme, könnte das für den Nachrichtendienst ein Porblem werden. "Dafür haben wir noch keine Lösung", sagt Ledgett.