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SSL
07/25/2013

NSA will Schlüssel für https-Verbindungen

Der US-Nachrichtendienst soll mehrere Technologie-Unternehmen aufgefordert haben, Schlüssel für SSL-Verbindungen bereit zu stellen. Damit könnten die Inhalte von Webkommunikation, die über die als sicher geltenden https-URLs statt finden, abgehört werden.

Der NSA scheint PRISM nicht weit genug zu gehen. Statt nur Verbindungsdaten will der US-Militärnachrichtendienst auch die Inhalte von verschlüsselter Web-Kommunikation einsehen. Das berichtet Cnet unter Berufung auf eine anonyme Quelle.

Die NSA soll mehrere Unternehmen, darunter auch Google, Microsoft, Apple und Facebook, dazu aufgefordert haben, Universalschlüssel für SSL-Verbindungen bereit zu stellen. Damit wäre es für die Behörde ein leichtes, die Inhalte von Webkommunikation abzuhören. SSL-Verbindungen, die im Browser anhand des https statt des üblichen http in der Adressleiste erkannt werden können, galten bisher als sicher und die Verschlüsselung als kaum knackbar.

Würde die NSA etwa einen solchen Universalschlüssel von Google bekommen, könnten Suchanfragen, aber auch die Inhalte von E-Mails des Dienstes Gmail oder etwa Gespräche auf Google+, sehr einfach ausgelesen werden.

Wie Cnet berichtet, gibt es derzeit keine gesetzliche Grundlage, mit der die NSA die Herausgabe der Schlüssel erpressen kann. Die anonyme Quelle vermutet jedoch, dass kleinere Unternehmen, die keine große Rechtsabteilung haben, sich von der NSA einschüchtern lassen und die Schlüssel herausgeben.

Auf die Nachfrage von Cnet wollten Google und Microsoft nicht kommentieren, ob die NSA nach den Schlüsseln gefragt hat. Facebook habe keine Anfrage bekommen. Allerdings behaupteten diese Unternehmen auch anfangs, nie von PRISM gehört zu haben und daran nicht beteiligt zu sein.

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