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SOPA Österreicher unterstützen Internet-Blackout.

Foto: Jakob Steinschaden
Das Wiener Start-up EgoArchive wird sich am 18. Jänner dem Online-Protest gegen das geplante US-Antipirateriegesetz SOPA anschließen und einen Tag offline gehen. Der Social-News-Dienst Reddit wird am selben Tag von den Betreibern abgeschaltet, Wikipedia lässt die Community über die Teilnahme abstimmen.

Vergangene Woche wurden noch Ideen dazu gewälzt, jetzt scheint das erste Blackout gegen das in Planung befindliche US-Antipiraterie-Gesetz SOPA fix. Am kommenden Mittwoch, dem 18. Jänner, will der Social-News-Dienst Reddit seine normale Webseite für zwölf Stunden lang offline nehmen und statt dessen eine Warnung vor dem viel kritisierten Gesetzesvorhaben einblenden, wie in einem Blog-Eintrag verkündet wurde. Die Betreiber wollen mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass eine Webseite wie die ihre sowie das freie Internet insgesamt durch die neue Gesetzgebung bedroht werden würde.

EgoArchive geht offline
Der Online-Protest, dem sich auch große US-Internetfirmen wie Amazon, Facebook und Google anschließen könnten, erhält jetzt Unterstützung aus Österreich. Das Wiener Start-up EgoArchive, das seit dem Frühjahr 2011 als Online-Speicher der persönlichen Internetnutzung fungiert, wird seinen Dienst einen Tag lang offline nehmen. "EgoArchive wird für einen Tag nicht erreichbar sein und nicht funktionieren, um zu zeigen, dass uns die Gesetzgebung in den USA auch sehr stark betrifft", so EgoArchive-Gründer Gerald Bäck zur futurezone.

"SOPA ist aus unserer Sicht schlecht für alle Menschen, die das Internet in irgendeiner Form nutzen, also auch für unsere User", so Bäck weiter. "Es ist noch nicht klar, ob SOPA auch uns als europäisches Unternehmen rechtlich betrifft, aber Spanien hat zum Beispiel schon ein ähnliches Gesetz auf Druck der US-Regierung beschlossen. SOPA würde das Internet, so wie wir es kennen und schätzen, zerstören und durch ein Zensursystem ersetzen."

Wikipedia lässt abstimmen, Anonymous bleibt stumm
Weitere Unterstützung für das Protest-Blackout kommt von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, der mit der Idee liebäugelt, sich Reddit anzuschließen. Er will laut Washington Post die Community abstimmen lassen, ob die Online-Enzyklopädie am 18. Jänner offline gehen soll. Wales: "Ich glaube, es wäre toll, wenn wir schnell handeln und uns mit Reddit koordinieren würden."

Weitere Untersützung kommt vom losen Hacker-Kollektiv Anonymous. AnonymousIRC, einer der großen Twitter-Accounts mit mehr als 175.000 Followern, der Mitgliedern bzw. Untersützern von Anonymous zugerechnet wird, beteiligt sich ebenfalls am Blackout und soll zwölf Stunden lang stumm bleiben. Zudem gibt es eine eigene Webseite, die beim Tausch des eigenen Twitter-Profilbilds gegen ein winziges Protestbanner hilft.

Weitere Firmen könnten folgen
Unklar ist derzeit noch, welche anderen Firmen und Web-Dienste am 19. Jänner bei der Aktion mitmachen. Net-Coalition.com hat ein Dokument (PDF) mit einer Liste von SOPA-Gegnern veröffentlicht, die wohl für eine Teilnahme des Blackouts in Frage kommen. Darunter finden sich auch Schwergewichte wie Facebook, eBay, Google, Foursquare, LinkedIn, Zynga, Twitter oder Yahoo.

Auch prominente Internet-Unternehmer wie Jack Dorsey (Twitter, Square), Marc Andreessen (Facebook-Aufsichtsrat), Chad Hurley (YouTube-Gründer) oder Sergey Brin (Google-Gründer) werden von Net-Coalition.com gelistet.

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(futurezone) Erstellt am 12.01.2012, 16:25

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