ÜBERWACHUNG
12/21/2010

Paris will Videoüberwachung ausbauen

13.000 Kameras sollen "Polizei-Arbeitsweise revolutionieren"

Paris will jetzt dem Beispiel Londons folgen und eine massive Videoüberwachung aufbauen. Dazu sollen über 13.000 öffentliche und private Sicherheitskameras an ein gemeinsames öffentliches Netz angeschlossen werden. Die Aufzeichnungen dürften künftig einen Monat lang gespeichert werden, berichtete die regierungsnahe konservative Zeitung "Le Figaro" am Dienstag.

Auswertung von privatem Material

Bisher war nur davon die Rede, dass die Zahl der öffentlichen Kameras in Paris von 400 auf 1000 angehoben werden sollte. Neu ist, dass nun auch das Material der Videokameras des öffentlichen Nahverkehrs und privater Sicherheitsdienste - etwa in Kaufhäusern oder Museen - von der Polizei ausgewertet werden soll.

"Die Videokameras ersetzen die Polizisten nicht, aber sie werden ihre Arbeitsweise revolutionieren", sagte der Pariser Präfekt Michel Gaudin dem "Figaro". Ende 2011 werde die Polizei in Paris ihre Augen überall haben. Die Bilder können dann sowohl auf der Polizeiwache als auch im Innenministerium oder, wenn nötig, im Élysée-Palast betrachtet und analysiert werden. Zur Zeit entwickelt eine Informatikfirma ein Programm, um die Auswertung der Videoaufnahmen zu erleichtern.

Auch Gehwege dürfen überwacht werden

Das französische Parlament hatte im Februar ein Gesetz verabschiedet, das Geschäften und Unternehmen das Ausrichten ihrer Überwachungskameras auf öffentliche Gehwege erlaubt. Bis dahin durften nur die Eingänge und die eigenen Geschäftsräume gefilmt werden. In der südfranzösischen Stadt Nizza wird derzeit ein Computersystem getestet, das die Aufnahmen analysiert und automatisch Alarm auslöst, wenn Szenen einer Schlägerei oder einer Flucht gefilmt werden. Die Regierung weist darauf hin, dass die Videoüberwachung die Zahl der Straftaten in den betroffenen Gegenden sinken lasse.

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(APA/dpa)

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