Netzpolitik
10.11.2012

Parteitag: China blockiert Google-Dienste

Im Rahmen der massiven Zensurmaßnahmen in Chinas Internet anlässlich des Parteitages der Kommunistischen Partei ist der Zugang zu Google-Diensten erstmals komplett gesperrt worden. Dabei war neben der Suche unter anderem auch Gmail betroffen.

Der Internetbeobachtungsdienst greatfire.org bestätigte, dass die Suchmaschine und andere Dienste wie Gmail, Maps, oder Drive von Freitagnachmittag bis Samstag nicht erreichbar waren. Auch Google selbst verkündete über seinen Transparency Report einen signifikanten Rückgang des Traffics aus dem kommunistisch regierten Land.

Im Laufe des Samstag lief Google in China auch nur teilweise wieder. Vor allem der Maildienst Gmail schien weitgehend geblockt. Auch internationale VPN-Dienste, mit denen die „Große Firewall“ in China umgangen werden kann, leiden seit Tagen unter schweren Cyber-Attacken, die mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt von Regierungsstellen ausgehen. Viele dieser Dienste funktionieren aus diesem Grund nicht mehr.

China und Zensur
Die bislang beispiellosen Filter und Kontrollen haben die ohnehin langsame Geschwindigkeit des Internets in China noch weiter gebremst, was auch die Arbeit von Unternehmen schwer beeinträchtigte. Die chinesische Regierung setzt derartige Methoden schon seit Jahren ein. Googles Video-Service YouTube ist etwa seit 2009 geblockt, auch andere Dienste werden immer wieder blockiert. Bei politischen Ereignissen, die von der Regierung als problematisch eingestuft werden, versucht das Land so, das Aufkommen kritischer Stimmen im Netz zu unterbindern. Soziale Netze wie Facebook und Twitter sind in China ebenfalls bereits seit Jahren permanent geblockt.

Google hatte 2010 seine Server nach Hongkong verlagert, um seine Suchergebnisse nicht mehr selber zensieren zu müssen. Zwar ist die größte Suchmaschine in China heute Baidu, doch nutzen Millionen auch Google und Gmail.

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