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Online-Zahlung
10/20/2011

PayPal sperrt Spendenkonto von Diaspora

Der Zahlungsdienstleister sperrte dem sozialen Netzwerk das Spendenkonto. Die Betreiber können nun für bis zu 180 Tage nicht auf die bereits gesammelten Spendengelder zugreifen. Die Netzwerk-Gründer bemerkten die Sperre erst, als sie Geld auf ihre Konten überweisen wollten.

Laut einem Blogeintrag von Diaspora wurde das PayPal-Konto des sozialen Netzwerks vom Zahlungsdienstleister gesperrt. Das Geld, das bereits gespendet worden war, wird vorübergehend eingefroren. Das Netzwerk, das sich bisher vorwiegend über Spenden finanziert hatte, hatte seine Nutzer erst vor kurzem wieder dazu aufgefordert, zu spenden, um das Netzwerk am Leben zu erhalten.

Diaspora ging vor knapp einem Jahr an den Start und wurde anfangs stark unterstützt - zu oft war von Datenpannen bei Facebook und dem mangelnden Datenschutz in den Medien zu hören. Die vier Informatikstudenten aus New York, die Diaspora gegründet hatten, arbeiteten hart an einem "Anti-Facebook", das vor allem mit Offenheit und Transparenz punkten will. Es soll ein sziales Netzwerk auf Open-Source-Basis sein, das die Privatsphäre der Nutzer achtet, diesen die Kontrolle über ihre Informationen gibt und bei dem die Sicherheit der Daten nicht zu kurz kommt.

Für 180 Tage eingefroren
Um das Projekt weiter ausbauen zu können, bat Diaspora seine Mitglieder via E-Mail unlängst erneut um Spendengelder. Als das Team auf einen Teil der Gelder via PayPal zugreifen wollte, merkte es, dass das Konto gesperrt worden war. Als sie bei PayPal nachgefragt haben, sei ihnen mitgeteilt worden, dass das Unternehmen weitere Dokumente einreichen müsse.

Am Dienstag habe ihnen Paypal dann mitgeteilt, dass die bereits eingegangenen Spenden bis zu 180 Tage eingefroren seien. Weitere Spenden würden zudem nicht angenommen. Das erzählte Peter Shurman von Diaspora den Blogbetreibern von Launch.is. Es sei außerdem schwer zu sagen, warum PayPal Diaspora das Spendenkonto abgedreht habe, so Shurman. "Es könnte deshalb sein, weil es ihnen verdächtig vorgekommen ist, dass wir Spenden sammeln, ohne ein Produkt zu verkaufen."

Dokumente bereits übermittelt
Die Diaspora-Betreiber teilen auf ihrem Blog mit, dass sie sich nun um eine Alternative bemühen wollen und haben die Nutzer dazu aufgerufen, einstweilen über Flattr zu spenden. "Paypal ist berüchtigt dafür, willkürlich rechtmäßige Spenden zu unterbinden. Wir werden das so schnell wie möglich in Ordnung bringen." Die Dokumente, die der Zahlungsdienstleister von Diaspora haben wollte, habe man zudem bereits übermittelt.

So ist es nicht der erste Fall von gesperrten Spendenkonten bei PayPal. Ende 2010 sperrte PayPal das Konto von WikiLeaks, nachdem die Organisation tausende US-Botschaftsdepeschen im Internet veröffentlicht hatte.

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