Netzpolitik
06.03.2015

PIN-Herausgabe am Flughafen: Kanadier zieht vor Gericht

Einem 38-jährigen Kanadier drohen 25.000 Dollar Geldstrafe sowie ein Jahr Haft, weil er seinen PIN-Code für sein Smartphone nicht herausrücken wollte. Dagegen kämpft er nun.

Alain Philippon, ein kanadischer Bürger, kämpft derzeit mit den Behörden seiner Heimat vor Gericht. Er hatte sich bei der Zollkontrolle geweigert, das Passwort für sein Smartphone zu verraten. Philippon wird nun vorgeworfen, dass er die Arbeit der Zoll-Beamten behindert habe. Das kann in Kanada mit bis zu 25.000 kanadische Dollar und einem Jahr Haft bestraft werden. Bei einem Schuldspruch beträgt die Mindeststrafe 1.000 kanadische Dollar.

"Das Zoll-Gesetz erlaubt es den Beamten, Gegenstände, die man in das Land einführt, zu kontrollieren. Im Gesetz ist von "Gütern" die Rede, wobei das auch Smartphones, Tablets, Computer und so ziemlich alles andere umfassen kann", gibt der kanadische Rechtsexperte Rob Currie gegenüber CBC zu Bedenken. Er sieht den Fall dennoch als "interessant" an, da noch nie ein derartiger Fall vor Gericht gebracht wurde. "Es ist eine Sache, ihnen ein privates Gerät zu geben, eine andere, ihnen tatsächlich das Passwort zu verraten."

Akku muss aufgeladen sein

Die Kontrollen für elektronische Geräte wurden in den letzten Jahren international verschärft. So werden innerhalb der EU, auch am Flughafen Wien, Geräte auf Manipulationen kontrolliert. In den USA müssen sich die Geräte einschalten lassen, ansonsten dürfen sie nicht mitgenommen werden. In Österreich droht in Einzelfällen ein ähnliches Schicksal.