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Netzpolitik
11/23/2015

Piraterie: Google erhält 1500 Löschanträge pro Minute

Die Anträge auf Löschung von URLs aus den Suchergebnissen haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt.

Rechteinhaber überschwemmen Google regelrecht mit Löschanträgen aufgrund urheberrechtlich geschützten Materials, das sie durch Piraterie gefährdet sehen. Wie Torrentfreak berichtet, erhält der Suchmaschinenbetreiber mittlerweile rund 1500 Löschanträge pro Minute (25 pro Sekunde) - um hundert Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Während Google es 2011 noch über den Tag verteilt nur mit einigen hundert Löschaufforderungen aufgrund von Piraterie zu tun hatte, sind es jetzt mehr als zwei Millionen.

Rechteinhaber unzufrieden

Allein im vergangenen Monat hat Google laut dem Bericht Löschanträge von 5609 verschiedenen Rechteinhabern erhalten, die 65 Millionen Links betrafen. Zwar verbergen sich hinter den beanstandeten URLs in der Regel tatsächlich Inhalte, die auf Piraterie zurückgehen. Mit der steigenden Zahl an Anträgen nimmt aber auch die Gefahr zu, dass Links fälschlicherweise entfernt werden.

Um den Rechteinhabern entgegenzukommen hat Google auch schon seinen Such-Algorithmus verändert - Links auf Seiten, die häufig als Piraterie gemeldet werden, werden im Such-Ranking deutlich heruntergesetzt. Industrievertreter wie die MPAA (Motion Picture Association of America) oder RIAA (Recording Industry Association of America) sind damit noch nicht zufrieden, sie wollen erwirken, dass Google die betreffenden Seiten komplett aus seinem Index streicht.