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"Die Presse" Porno-Filter für ÖVP denkbar.

Foto: Cinetext Bildarchiv
Für ÖVP-Generalrekretär Hannes Rauch ist es denkbar, nach britischem Vorbild Internet-Anbieter zur Sperre pornografischer Inhalte zu verpflichten. Heimische Internet-Anbieter lehnen solche Maßnahmen ab.

Die ÖVP verfolge die Debatte über Pornosperren mit großer Aufmerksamkeit, sagte Rauch der „Presse“. Kinder würden besonderen Schutz brauchen. Pornosperren seien „durchaus denkbar“. Die ÖVP wolle gemeinsam mit Experten Maßnahmen zum Kinderschutz – wie etwa Pornosperren - überlegen, sagte Rauch der Zeitung. 

ÖVP-Sprecherin Michaela Berger bestätigte gegenüber der futurzone die Aussagen des ÖVP-Generalsekretärs. Man wolle eine Diskussion darüber anstoßen, was notwendig sei, um den Schutz der Kinder im Internet zu verstärken. Dabei gebe es eine Reihe von Möglichkeiten. Die Ausgestaltungen von Maßnahmen sei Gegenstand der Diskussion, vorstellbar sei vieles, auch Pornosperren. Sich zu Beginn einer Diskussion auf Maßnahmen festzulegen, sei jedoch der falsche Weg. „Wir müssen uns anschauen, wo es Handlungsbedarf gibt.“

Es gebe keinen Grund für Elf-jährige sich pornografische Videos im Internet anzusehen, sagte die ÖVP-Sprecherin. Der Partei gehe es nicht um Zensur, sondern um die „Erweiterung des Schutzes für Kinder.“

Ab 2014 in Großbritannien
Vor kurzem hatte sich auch der deutsche CSU-Politiker Norbert Geis für Pornosperren nach britischem Vorbild ausgesprochen . In Großbritannien hat sich der konservative Premierminister David Cameron mit Internet-Anbietern darauf geeinigt , ab 2014 Websites mit pornographischen Inhalten standardmäßig zu blockieren. Wer dann Pornos im Netz sehen will, muss sein Alter nachweisen und sich bei den Providern  dafür freischalten lassen.  

Laut der britischen Bürgerrechtsgruppe Open Rights Group könnte die Blockade auch weitere Angebote, etwa Glücksspiel-Websites, betreffen .

Provider gegen Pornosperren
Der Verband der österreichischen Internet-Anbieter (ISPA) spricht sich gegen eine Sperre pornografischer Inhalte im Netz aus. „Sobald Sperrinfrastruktur vorhanden ist, wird sie gebraucht und unter Umständen auch missbraucht“, sagte ISPA-Generalsekretär Maximilian Schubert zur futurezone. Pornografische Inhalte im Internet seien eine didaktische Herausforderung. Der Aufklärungsbedarf solle nicht durch technische Mittel wie Filter verdrängt werden, so Schubert, der auf entsprechende Ratgeber, etwa bei der Initiative Saferinternet.at, verweist.

„Die Provider wollen auch keinesfalls jene Stelle sein, die mitschreibt, wer sich wann für gewisse Inhalte freischalten lässt“, meinte Schubert: „Wenn solche Daten bekannt werden, führt das zu einer Stigmatisierung. Und dass sämtliche Daten abgefangen werden können, haben uns ja PRISM & Co gezeigt.“

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(futurezone) Erstellt am 09.08.2013, 09:00

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