Netzpolitik
09.09.2013

Portal sammelt Online-Aktivitäten von Politikern

Die Webseite Politikeronline.at soll für mehr Kontakt zwischen Bürgern und Politikern sorgen. Facebook und Twitter dienen als Kommunikations-Plattformen.

Social Media Plattformen wie Facebook und Twitter ermöglichen es Politikern, mit den Bürgern recht einfach in Kontakt zu treten, mitunter verliert man im umfangreichen Angebot jedoch die Übersicht. Die Postings von derzeit 400 politischen Mandataren sammelt ein neues Webportal: politikeronline.at wurde am Montag von OGM-Chef Wolfgang Bachmayer und Projektpartner Peter Filzmaier vorgestellt. Ziel sei es, den direkten Kontakt zwischen Politiker und Bürger zu fördern und damit der Verdrossenheit entgegenzuwirken.

Ein Landeshauptmann zum Beispiel wünscht am Montag allen Schülern einen guten Start ins neue Schuljahr, ein Parteichef verweist auf seinen neuesten Wahlkampfspot - und auf politikeronline.at findet sich all das in zeitlicher Abfolge. Wer nur einer bestimmten Partei, einen Zeitraum oder ein Bundesland verfolgen möchte, kann hierzu Filter setzen, auch nach Geschlechtern getrennt. Der gewünschte Kontakt etwa für ein Kommentar oder ein "Like" wird dann via Facebook oder Twitter hergestellt.

400 Politiker im Überblick

Filzmaier erklärte: "Das Motto lautet 'Sprich mit deinem Politiker'." Auf der Plattform ließen sich die Aktivitäten der derzeit 400 Politiker übersichtlich verfolgen. Die Bürger können "leichter" mit ihnen in Kontakt treten, so der Politikwissenschafter, der auch einräumt: "Selbstverständlich nutzen wird die Nationalratswahl als Startrampe." Diese stehe bei dem Projekt jedoch nicht im Mittelpunkt.

Die Datenbank werde laufend aktualisiert und Bachmayer kündigte weitere Untersuchungen an. So soll etwa festgestellt werden, wie die Bürger auf das neue Angebot reagieren und welche Politiker für den meisten "Traffic" sorgen. Aus seiner Sicht handelt es sich um ein "sehr gutes Instrument" zum Ausbau des Dialogs und auch um ein Archiv für Journalisten.

Anreiz zu mehr Aktivität

Derzeit dürften nur rund 20 Prozent der Mandatare im Social Web aktiv sein, die neue Plattform soll daher auch zur Aktivität animieren. Entwickelt wurde sie von OGM und der Tochterfirma web2watch in Zusammenarbeit mit Filzmaiers Institut für Strategieanalysen (ISA). Die Projektkosten bezifferte Bachmayer mit rund 100.000 Euro aus Eigenfinanzierung. Bis Jahresende wolle man beobachten, wie es sich entwickle.

Klar sei, dass ab 2014 eine Refinanzierung notwendig ist und hierzu sei man etwa mit den Ministerien für Unterricht bzw. Jugend im Gespräch. Vorstellbar sei auch ein geringer monatlicher Mitgliedsbeitrag von fünf bis zehn Euro für die teilnehmenden Politiker oder Werbebanner. In letztgenanntem Fall würde es jedoch keine Parteiwerbung geben, betonten die beiden Politologen. Sie rechnen mit jährlichen Betriebskosten ebenfalls in der genannten Höhe.

Die Entwicklung startete im Frühjahr und seit August lief das Portal im Testlauf. Bisher wurden rund 16.000 Postings verzeichnet. Am Montag erfolgte die Freischaltung.