Der Forschungsrat will die Forschungsförderung reformieren

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WEISSBUCH
09/26/2013

Reformvorschläge für die Forschung

Österreich soll bis 2020 zu den Innovationsführern in Europa zählen. Der Forschungsrat bringt in einem "Weißbuch" Vorschläge, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Österreich befinde sich in punkto Innovation derzeit lediglich im europäischen Mittelfeld, sagte Hannes Androsch, Vorsitzender des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE) am Donnerstag in Wien. Bei einer Pressekonferenz wurde das „Weißbuch“ zur Steuerung von Forschung, Technologie und Innovation (FTI) vorgestellt. Das Ziel: Österreich soll bis 2020 zu den Innovationsführern in Europa gehören.

„Im Augenblick gibt es viele Boote, die unterschiedlich unterwegs sind. Tatsächlich aber sollten alle im Sinne einer übergeordneten Steuerung dieselbe Ziellinie anpeilen", sagte Karin Schaupp vom Forschungsrat. Im „Weißbuch“ werden Vorschläge für Reformschritte formuliert.

"Effiziente Organisation"

Das vorhandene System, nach dem die Fördermittel des Bundes zu den Forschungseinrichtungen fließen, sei sehr komplex. Man brauche eine "effiziente Organisation und eine zielgerichtete Steuerung der FTI-Politik und damit auch der Geldflüsse für die Forschungsförderung", heißt es in dem Papier. Daher seien nicht wie bisher Einzelmaßnahmen notwendig, sondern ein Paket an Reformschritten, das auf das gesamte FTI-System abgestimmt ist, so die Analyse des RFTE.

Dieses Paket soll unter anderem zu einer Vereinfachung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren, wie Ministerien und Förderagenturen, und zu einer schnelleren Bereitstellung von Fördermitteln für Forschung und Innovation führen. Der Forschungsrat findet aber auch mahnende Worte: "All diese Ziele können nur erreicht werden, wenn die Politik dem Thema FTI einen höheren Stellenwert gibt."