Netzpolitik
05.09.2012

RIPE: IPv4-Adressen in Europa werden knapp

In spätestens einem Monat dürfte der letzte Adressblock angebrochen werden. Damit bleiben für Europa nur mehr knapp 16 Millionen IP-Adressen, die vergeben werden können. Abhilfe soll der Nachfolger IPv6 schaffen, dessen Einführung schleppend vorangeht.

Das Ripe Network Coordination Centre, verantwortlich für die Vergabe von IP-Adressen in Europa, dem Nahen Osten sowie Zentralasien, gab bekannt, dass voraussichtlich in einem Monat der letzte Adressblock von IPv4-Adressen angebrochen wird. Damit bleiben noch knapp 16,8 Millionen Adressen zur Vergabe, danach können nur mehr zurückgegebene IP-Adressen neu vergeben werden. Aus diesem Grund hat das Ripe NCC bereits mit "Phase 1" der IP-Adressvergabe begonnen. Das bedeutet, dass ab sofort Anfragen in Zweierteams behandelt werden, sodass alle Anfragen "fair und transparent" behandelt werden.

Rettung IPv6
Dadurch dürfte vermutlich aber auch die Antwortzeit bei der Behandlung von Anfragen steigen. So soll es künftig nur mehr Rückrufe bei wichtigen Angelegenheiten geben, zuvor wurde jeder Kunde nach spätestens zwei Stunden zurückgerufen. Mit dem letzten Block soll dann die Phase 2 beginnen, in der pro Anfrage nur mehr ein sogenanntes /22-Netz vergeben wird, in dem sich maximal 1024 IP-Adressen befinden. Dieses erhält man allerdings nur, wenn man zuvor bereits entsprechende IPv6-Adressen zugeteilt bekommen hat. Während IPv4 lediglich vier Milliarden verschiedene IP-Adressen ermöglicht, sind mit IPv6 bis zu 340 Sextillionen Adressen möglich.

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