Netzpolitik 16.03.2013

Russischer Geheimdienst kann Skype abhören

Die Bundesagentur für Sicherheit (FSB) sowie das Innenministerium der Russischen Föderation (MWD) können bereits seit mehreren Jahren Gespräche über den Voice-over-IP-Dienst Skype mithören. Außerdem ist es ihnen möglich, den Aufenthaltsort der Nutzer zu bestimmen.

Laut der russischen Tageszeitung Vedomosti ist es bereits seit mehreren Jahren Praxis, den Dienst abzuhören. Als Quelle zitiert die Zeitung unter anderem Ilya Sachkov, den Direktor der Computersicherheitsfirma Group-IB. „Aus diesem Grund ist es unseren Angestellten auch verboten, arbeitsrelevante Themen über Skype zu besprechen“, so Sachkov.

Maksim Emm, Direktor vom IT-Unternehmen Peak Systems sieht einen der Gründe für die Überwachungsmöglichkeiten in der Tatsache, dass Skype von Microsoft übernommen wurde: „Seit der Übernahme im Mai 2011 wurde die Software mit der Möglichkeit bestückt, sie abzuhören“, so Emm.

Die Zeitung zitiert außerdem einen russischen Beamten, der angibt, dass das Abhören von Skype-Gesprächen für die Behörden kein unüberwindbares Problem darstelle. Sowohl der FSB als auch das MWD wollten gegenüber der Tageszeitung keine offizielle Stellungnahme zu der Thematik abgeben.

Microsoft stand in der Vergangenheit bereits wegen Skype unter Druck. So

Reporter ohne Grenzen eine Offenlegung, welchen Regierungen Zugriff auf den Dienst gewährt wird.

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( futurezone ) Erstellt am 16.03.2013