Netzpolitik
10.12.2013

Russland übte Fliegerangriff auf schwedische Abhöranlagen

Der schwedische Abhördienst FRA soll seit 2004 den USA und Großbritannien freien Zugang zu Spionagedaten gegeben haben.

Bei einem Manöver der russischen Streitkräfte im vergangenen Frühjahr haben Piloten auch einen Fliegerangriff auf Anlagen des schwedischen Abhördienstes FRA geübt. Das behauptet das Stockholmer Boulevardblatt „Expressen“ in seiner Dienstagsausgabe unter Berufung auf anonyme Quellen.

Die russischen Flieger hätten Angriffe auf die geheimen Abhöranlagen auf der Stockholm vorgelagerten Insel Lovön geprobt, ebenso wie auf andere Ziele im Raum Stockholm sowie in Südschweden, die dem Militärgeheimdienst MUST gehörten.

Zusammenarbeit mit Geheimdiensten

Die schwedische Armee verweigerte zu den Angaben jeglichen Kommentar. Die FRA („Radioanstalt der Streitkräfte“) war am Montag Gegenstand einer Sendung des investigativen TV-Programms „Uppdrag granskning“ über eine jahrzehntelange, vertraglich vereinbarte Spionagezusammenarbeit Schwedens mit verschiedenen westlichen Militärgeheimdiensten.

Daten ungefiltert weitergegeben

Nach Ablauf dieser Vereinbarung aus dem Jahr 1954 im Jahr 2004 soll die FRA stattdessen bilaterale, aber noch vertiefte Abkommen mit der US-Abhörbehörde NSA und dem britischen GCHQ geschlossen haben. Dabei soll die FRA den beiden ausländischen Diensten ihre Lauschdaten ungehindert und ungefiltert zur Verfügung gestellt haben.

Die Reporter von „Uppdrag granskning“ stützten ihren Fernsehbericht auf geheime Dokumenten, in deren Besitz sie bereits 2011 gelangt seien.