Netzpolitik
10.07.2012

Safari-Cookies: Google muss Rekordstrafe zahlen

Der Skandal um das Umgehen der Datenschutzeinstellungen hat ein Ende gefunden: die US-Handelsbehörde hat sich mit Google auf die Zahlung von 22,5 Millionen US-Dollar geeinigt. Das ist die höchste Strafe, die jemals gegenüber einer einzelnen Firma ausgesprochen wurde.

Google steht nach einer Meldung des Wall Street Journal kurz vor einer Einigung mit der US-Handelsbehörde FTC. Demnach wird Google knapp 22,5 Millionen US-Dollar an die US-Behörde bezahlen müssen. Das ist die höchste, je von der FTC gegenüber einer einzelnen Firma ausgesprochene Strafe. Der IT-Konzern hatte

im Apple-Browser Safari mittels Cookies umgangen. So konnte Google auch gegen den Willen der User personalisierte Werbung anzeigen.

Der Faktor Zufall
Google rechtfertigte sich unter anderem damit, dass die Umgehung versehentlich passiert sei und den Konsumenten keinerlei Schaden zugefügt hätte. Bereits im März 2011 ging die FTC gegen Google vor, damals noch wegen des sozialen Netzwerks Buzz, das laut FTC mit "irreführenden Taktiken" beworben wurde. Google einigte sich mit der US-Handelsbehörde und schloss Buzz, das ohnehin durch Google+ ersetzt wurde. Dennoch verweigerte Google ein Schuldeingeständnis. Auch im Street View Skandal 2010 war laut Google viel eher der Zufall als böse Absicht im Spiel. Die gesammelten WLAN-Daten wurden gelöscht und Google erhielt eine vergleichsweise geringe Strafe von 25.000 US-Dollar auferlegt.

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