Netzpolitik
06.03.2012

Salzburg: Internetbetrug mit Polizei-Logo

Zahlreichen Nutzern wurde mit einem Polizei-Logo vorgegaukelt, sie hätten illegale Internetseiten besucht und müssten nun mit Pay-Safe-Cards eine Strafe bezahlen. Die Vorgehensweise sei laut Polizeisprecher Anton Schentz bereits aus Deutschland und der Steiermark bekannt.

Mit Appellen an das schlechte Gewissen vieler Salzburger, gepaart mit einem offiziellen Logo der Polizei, versuchen Internetbetrüger zu Zeit in Salzburg Geld zu machen. Wie Polizeisprecher Anton Schentz am Dienstag im APA-Gespräch erläuterte, fordern die Betrüger ihre Opfer auf, sogenannte Pay-Safe-Cards für 100 Euro zu kaufen und die Codes einzugeben. Gleichzeitig verweisen die Betrüger auf vermeintlich illegale Handlungen wie etwa das Surfen auf verbotenen Internetseiten und legen dabei viele private PCs lahm, sagte Schentz.

Viele Opfer
Der Trick ist nicht neu, bereits in Deutschland und zuletzt in der Steiermark beschäftigten sich die Kriminalisten mit dieser Art des Internetbetruges. Zur Stunde läuft diese Betrugsserie in Salzburg. Laut Schentz glühen zur Zeit die Telefondrähte. „Es ist schwer zu sagen, wie viele Leute betroffen sind, aber wir haben ungewöhnlich viele Anrufer. Darunter sind viele, die sinnvollerweise kurz vor dem Bezahlen nachfragen, ob diese Vorgangsweise korrekt ist. Wir gehen also davon aus, dass es bereits viele Geschädigte gibt.“

Ohne professionelle Hilfe machtlos
Das Bekanntgeben des Pay-Safe-Codes ändere nichts an den Problemen mit dem PC, sagte der Polizeisprecher. „Egal ob man zahlt oder nicht, Probleme mit dem Computer gibt es in jedem Fall. Die Antivirenprogramme sind offensichtlich meist machtlos, die meisten Opfer werden wohl nicht in der Lage sein, diese Probleme ohne professionelle Hilfe zu beheben.“ Die aktuelle Betrugsserie richtet sich nicht wie üblich vor allem gegen ältere Menschen. Die Opfer dürften durch einen Zufallsgenerator ausgewählt sein. Einen Ratschlag, wie man sich schützen kann, gibt es zur Zeit nicht. „Auf keinen Fall bezahlen“, sagte Schentz.

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