Netzpolitik
05.03.2017

"Salzburger Nachrichten" führen Klarnamenpflicht ein

© Bild: APA/dpa/Nicolas Armer

Die österreichische Tageszeitung will mit der Klarnamenpflicht auf den "Niedergang der Debattenkultur in allen Medien" reagieren. Der Nutzen ist jedoch umstritten.

Die "Salzburger Nachrichten" haben in ihrer Wochenendausgabe einen Relaunch des Internetauftritts angekündigt. Teil des Konzepts ist das Label "SN Plus" für kostenpflichtige Inhalte und eine Klarnamenpflicht für Kommentare. Die Zeitung verabschiedet sich auch von der Internetadresse salzburg.com, ab dem Relaunch im zweiten Quartal 2017 wird auf SN.at umgeleitet.

Artikel, in die die Redaktion besonderen Aufwand gesteckt hat, werden laut Ankündigung künftig mit dem Label "SN Plus" ausgeschildert. In der Probierphase reiche es, sich zu registrieren. Später sei zum Lesen ein Digitalabo (ab 3,50 Euro) oder ein Einzelkauf des Artikels nötig.

Kommentare wie Leserbriefe behandeln

Das Ende des anonymen Postens begründet "SN"-Chefredakteur Manfred Perterer mit einem "Niedergang der Debattenkultur in allen Medien". Mit der Klarnamenpflicht wolle man für Onlinekommentare die gleichen Kriterien anlegen wie für Leserbriefe in der gedruckten Zeitung.

Dass eine Klarnamenpflicht Hasspostings verhindert oder die Qualität der Kommentare verbessert, ist jedoch umstritten. Eine Studie der Universität Zürich hat sogar festgestellt, dass Hasspostings und Shitstorms dadurch zunehmen könnten. Auch Profil.at vollzog bereits 2014 den Wechsel der Klarnamen und zeigte damals, dass sich eine derartige Regelung nur schwer überprüfen lässt.