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Cyberfrust

Schnäppchenjagd: Amazon vergrault Kunden

So blitzartig die Aktion beendet war, so nachhaltig bleibt nun die Kundenverstimmung. Neben Facebook lassen die Kunden auch auf den Produktseiten ihrem Ärger freien Lauf. Von "Cyber-Frust" und "Kundenverarsche" reichen die teils derben Kommentare. Die Playstation 3 fiel in der Kundenbewertung aufgrund des negativen Einkaufserlebnisses auf zwei Sterne.

Profi-Händler tricksen System aus

Für Aufregung sorgte zudem die Vermutung, dass das begrenzte Angebot auch von professionellen Händlern ausgenutzt wurde. In einem Foreneintrag der IT-Plattform Golem brüstete sich eine Firma damit, vier Fritz-WLAN-Boxen, acht Powershots-Kameras, zwei Sony-TV-Geräte und zwei Beamer ergattert zu haben und diese mit 20 bis 30 Prozent Aufschlag wieder verkaufen zu wollen.

Um möglichst viele Schnäppchen zu ergattern, habe man 48 Webbrowser-Fenster offen gehabt und ein kleines Script programmiert, mit dem der Kaufvorgang automatisiert durchgeführt wurde. "Wir sind Händler und wir leben davon. Ist das unmoralisch, weil wir intelligenter sind als das Gros der Leute?", argumentiert der User "mein job halt".

Gefährliches Spiel
"Das ist natürlich ein gefährliches Spiel. Wenn derartige Erwartungen geweckt werden, ist die Enttäuschung danach groß", meint Markenexperte Oliver Schmitt von der Agentur viennabrand gegenüber der FUTUREZONE. Ungeachtet der heftigen Kundenreaktionen glaubt Schmitt allerdings nicht, dass Amazon einen bleibenden Imageschaden davontragen werde, solange das Unternehmen derartige Einmalaktionen nicht zum Prinzip mache.

Amazon hingegen ist um Schadensbegrenzung bemüht. "Wir haben so viele Produkte verfügbar gemacht, wie es uns möglich war", lautet die auf amazon.de publizierte Reaktion. Bei Zehntausenden Kunden könne man aber nicht für jeden Kunden einen Artikel bereithalten. Ein Blick auf die Produktrezensionen offenbart, dass immer wieder auch Negativpostings gelöscht werden. Für eine offizielle Stellungnahme war Amazon bisher nicht erreichbar.

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(Martin Stepanek)

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