Netzpolitik
05.04.2011

Schnüffel-Apps geht es an den Kragen

US-Behörden wollen nicht länger tatenlos zusehen, wenn Smartphone-Apps ohne Wissen der User sensible Daten sammeln und an Dritte weitergeben. Einer der ersten, die Post von Ermittlern bekommen haben, ist das beliebte Internetradio Pandora.

Wie das Wall Street Journal berichtet, sind US-Staatsanwälte derzeit damit beschäftigt, Anbieter von Smartphone- und Tablet-Apps genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Ermittlungen drehen sich offenbar darum, ob die Anbieter der sogenannten Apps gegenüber den Nutzern auch wirklich offenlegen, welche Art von Daten sie sammeln und warum.

Spionierende Apps
Apps können etwa ungefragt den Standort übermitteln oder eine eindeutige Kennung versenden, anhand derer sich ein Smartphone zuordnen lässt. Damit lassen sich Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten ziehen, was vor allem für die werbetreibende Industrie höchst interessant ist. Sie kann dadurch ihre Botschaften auf den Nutzer abstimmen. Sowohl Apples iPhone, als auch die Android-Plattform sind in großem Maße betroffen.

Einer der App-Anbieter, der Post vom Staat bekommen hat, ist das Internetradio Pandora. Dies berichtete Pandora am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. Demnach verlangen die Ermittler Einblick in bestimmte Dokumente. „Wir sind darüber informiert worden, dass wir nicht das spezifische Ziel der Untersuchungen sind“, hieß es. Pandora geht deshalb nach eigenen Worten davon aus, dass auch andere App-Anbieter ähnliche Briefe erhalten haben.

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