© REUTERS/Clodagh Kilcoyne

London

Schwache Passwörter: Cyber-Angriff auf britische Politiker

Auf das britische Parlament ist eine Cyber-Attacke verübt worden. Das bestätigte ein Pressesprecher des Parlaments am Samstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur in London. Er wollte allerdings keine Angaben machen, zu welchen Informationen die bisher unbekannten Täter Zugang bekommen haben könnten.

Laut der BBC soll es Versuche gegeben haben, Zugang zu Benutzerkonten des Parlaments zu bekommen. Im Fokus standen demnach Abgeordnete mit schwachen Passwörtern. Laut Quellen im Parlament sei der Angriff erfolgreich abgewehrt worden, man bleibe aber wachsam. Zwischenzeitlich wurde der komplette Netzwerkzugang der Parlamentscomputer deaktiviert. Parlamentarier hätten laut dem Guardian temporär keinen Zugang zu ihren E-Mails gehabt.

Passwörter zum Verkauf

In den vergangenen Tagen hatte es vage Berichte in britischen Medien gegeben, dass Hacker online Passwörter von Abgeordneten zum Verkauf anbieten. Das bestätigte auch International Trade Secretary Liam Fox. Gegenüber ITV News erklärte er, der Angriff sei eine Warnung an alle, dass wir bessere Sicherheitsvorkehrungen und bessere Passwörter brauchen. “Man würde seine Haustür nachts auch nicht offen lassen”, so Fox.

Britischer Humor

Der Politiker Henry Smith von den Konservativen nahm die Störungen mit Humor: „Wir haben eine Cyber-Attacke von (Nordkoreas Machthaber) Kim Jong Un, (des russischen Präsidenten Wladimir) Putin oder einem Kind im Keller seiner Mutter“, twitterte er.

Auch auf das Netz des Bundestages und auf Parteien in Deutschland hatte es in der Vergangenheit Hacker-Angriffe gegeben. Im Mai 2015 konnten sich Angreifer weitreichenden Zugang zum Bundestags-Netzwerk verschaffen, so dass die IT schließlich ausgetauscht werden musste. Als Urheber wurde die Hacker-Gruppe APT28 vermutet, der Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nachgesagt werden.

WannaCry

Erst im vergangenen Mai verübten Unbekannte eine weltweite Cyber-Attacke. In Großbritannien legten die Kriminellen dabei viele Krankenhäuser und Arztpraxen teilweise lahm. Die Erpressungssoftware WannaCry traf nach Angaben von Europol mindestens 150 Länder.

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