Netzpolitik
02.10.2016

Serbien blockiert weiter Landesvorwahl für Kosovo

Die Vermittlungsgespräche mit der EU sind gescheitert, Streit um Eigentum der kosovarischen Telekom.

Serbien weigert sich weiter, seiner seit acht Jahren selbstständigen früheren Provinz Kosovo eine Landesvorwahl im internationalen Telefonverkehr zu ermöglichen. Auch in fünftägigen Vermittlungsgesprächen der EU mit den zerstrittenen Seiten habe es keine Einigung gegeben, berichteten die Medien beider Länder am Samstag in Belgrad und Pristina. Obwohl eine solche Vorwahl schon vor über einem Jahr verabredet worden war, seien die Gespräche am Streit über das Eigentum der Telekom im Kosovo gescheitert.

Weil es in diesem Streit sowie im Konflikt über die Energieversorgung weiter keine Fortschritte gibt, blockieren Berlin und London nach einem Zeitungsbericht die weitere Annäherung des EU-Kandidaten Serbien an Brüssel. Deutschland und Großbritannien hätten in dieser Woche die Öffnung von weiteren drei Beitrittskapiteln verhindert, meldete die Regierungszeitung "Novosti" am Samstag in Belgrad. Serbien will das fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo wieder in seinen Staatsverband eingliedern, obwohl seine Unabhängigkeit von weit über 100 Staaten anerkannt ist.