Netzpolitik
08.06.2014

Snowden-Anwälte hoffen auf Begnadigung des Whistleblower

Ende Juli läuft Snowdens Asyl-Aufenthaltsgenehmigung in Russland aus. Am liebsten würde er "nach hause" zurückkehren. Doch in den USA droht ihm lebenslange Haft.

Der Informant und frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden sitzt weiter in Russland fest und wartet auf eine neue Entwicklung in seinem Fall. Seine amerikanischen Anwälte hoffen allerdings nach einem Bericht des „Tagesspiegels“ auf eine Begnadigung. „Amnestie ist kein schmutziges Wort“, sagte Ben Wizner von der American Civil Liberties Union (ACLU) dem Blatt in New York.

Er wünsche sich zumindest, dass die US-Regierung Snowden eine Brücke in ein Drittland baue, unter Umständen auch Deutschland. Ende Juli läuft Snowdens Asyl-Aufenthaltsgenehmigung in Russland aus.

Auch wenn Snowdens Anwälte die Chancen auf Verlängerung des Asyls in Russland gut einschätzen, hatte der Whistleblower in der Vorwoche in einem Interview des amerikanischen Fernsehens erklärt, er würde am liebsten „nach Hause“ kommen. Allerdings nur, wenn ihn dort ein faires Verfahren erwarte.

Die USA betrachten Snowden als Verräter, der die nationale Sicherheit untergraben hat. Ihm droht in den USA lebenslange Haft. Dem Espionage Act aus dem Jahr 1917 zufolge würde er für den Rest seines Lebens in Isolationshaft gesperrt, ohne jegliche Chance, auf Kaution freizukommen.