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NSA-Skandal

Snowden: Keine Infos an Russen oder Chinesen

Snowden habe keine vertrauliche Infos an russische oder chinesische Geheimdienste weitergegeben. Das schrieb der „Guardian"-Autor Glenn Greenwald am Mittwoch in der Online-Ausgabe der britischen Zeitung. Snowden habe diese Vorwürfe in zwei Interviews, die er mit ihm geführt habe, vehement zurückgewiesen. Auch habe keines der Länder versucht, Informationen von einem seiner Laptop-Computer zu stehlen.

„Ich habe niemals Informationen an eine der beiden Regierungen weitergereicht und sie haben niemals irgendetwas von meinen Laptops genommen", sagte Snowden laut „Guardian". Die Vorwürfe waren aufgekommen, nachdem Snowden Hongkong ohne Probleme verlassen konnte. Daraufhin hatten Medien spekuliert, er könnte im Gegenzug mit Peking zusammengearbeitet haben.

"Russland kann keine Entscheidung treffen"
Russland hat unterdessen im Streit um Asyl für Snowden jede Verantwortung von sich gewiesen. Snowden befinde sich legal im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo, betonte die Vorsitzende des Föderationsrates, Valentina Matwijenko, am Mittwoch. „In diesem Fall kann Russland keine Entscheidung treffen", sagte die Präsidentin der zweiten Parlamentskammer. Russland halte sich strikt an internationales Recht.

Der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow sagte, Snowden müsse seine Zukunft direkt mit einem möglichen Asylland klären. Die lateinamerikanischen Länder Venezuela, Nicaragua und Bolivien haben signalisiert, dass sie bereit seien, dem von den USA wegen Geheimnisverrats gesuchten Snowden politisches Asyl zu gewähren.

Der Informant soll sich seit mehr als zwei Wochen in der Transitzone von Scheremetjewo aufhalten. „Die Situation ist schwierig, sie ist in einer Sackgasse", sagte Matwijenko. Puschkow, der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma in Moskau, sagte der Agentur Interfax, notwendig sei die Zustimmung des Staates, der den 30-Jährigen aufnehmen wolle.

Venezuela erneuerte Asyl-Angebot
Venezuelas linker Staatschef Nicolás Maduro erneuerte unterdessen sein Asylangebot und ging damit auf Gegenkurs zu den USA. „Wir haben entschieden, dem jungen Edward Snowden politisches Asyl zu gewähren im Namen des unabhängigen Venezuela", sagte Maduro am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Agarua. „Die Söhne Bolivars fürchten das Imperium (USA) nicht", sagte er mit Blick auf den südamerikanischen Freiheitskämpfer und venezolanischen Nationalhelden Simón Bolivar.

Derzeit ist noch unklar, ob Snowden das Asylangebot Venezuelas annimmt. Einen Direktflug von Moskau nach Caracas gibt es nicht. Der IT-Spezialist hatte unter anderem enthüllt, dass der US-Nachrichtendienst NSA mit seinem Spähprogramm „Prism" weltweit in ungeahntem Ausmaß die Kommunikation per E-Mail und Telefon ausspähe. Die USA suchen ihn wegen Geheimnisverrats.

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