Netzpolitik
06.05.2015

Snowden-Leaks: Wie die NSA Telefonate transkribiert

Bereits seit 2006 kommt Spracherkennung zum Einsatz, die verdächtige Gespräche automatisch markiert und als "Google für Sprache" beschrieben wird.

Die NSA ist bereits seit 2006 in der Lage, automatisiert Teil-Transkripte von Telefongesprächen anzufertigen. Das zeigen neue Dokumente aus den Snowden-Archiven, die nun von The Intercept veröffentlicht wurden. Demnach setze die NSA bereits seit fast einem Jahrzehnt ein Programm ein, das als „Google für Sprache“ beschrieben wurde. Dabei werden nicht immer komplette Transkripte angefertigt, aber nach bestimmten Schlüsselwörtern gesucht und durch einen intelligenten Algorithmus für den Geheimdienst interessante Gespräche markiert.

"Zu wenige Ohren"

Zuvor war für diese Arbeit menschliche Überwachung notwendig, die sehr aufwändig und nur in Einzelfällen möglich war. „Es gab nicht genug Ohren“, meint NSA-Whistleblower Thomas Drake gegenüber The Intercept. Dank den Fortschritten in der Spracherkennung ist auch Massenüberwachung bei Telefongesprächen möglich. Es ist unklar, welche Sprachen unterstützt werden, in den Dokumenten ist stets nur von einer großen Bandbreite die Rede. Demnach kommt die Lösung vor allem in Lateinamerika sowie Ländern, in denen das US-Militär vertreten ist, beispielsweise Irak und Afghanistan, zum Einsatz.