Netzpolitik
08.01.2014

"Sponsored Data": Offenes Internet in USA in Gefahr

Der US-Mobilfunkprovider will künftig mit "Sponsored Data" einen werbefinanzierte Datenverbrauch ermöglichen. Verbraucherschützer sehen das offene Internet in Gefahr.

Das US-Telekommunikationsunternehmen AT&T kündigte im Rahmen der CES das Programm „Sponsored Data“ an. Kunden sollen durch dieses Programm bei gewissen Diensten, Web-Inhalten, Videos, Filmen oder Spielen keine Gebühren für den anfallenden Daten-Traffic zahlen müssen, stattdessen sollen die Unternehmen diese Kosten (für die Kunden) übernehmen, verbuchbar unter „Werbung“.

Laut „New York Times“ gibt es z.B. bereits einen Gesundheitsdienstleister, der das Angebot in Anspruch nehmen möchte: die UnitedHeathGroup. Wenn diese beispielsweise ein Gesundheitsvideo online veröffentlicht, das via Smartphone abrufbar ist und es als „Sponsored Data“ gekennzeichnet wird, können Kunden dieses sehen, ohne auf ihr Datenguthaben achten zu müssen. Für den AT&T-Mobility-Chef Ralph de la Vega ist das eine „Win-Win-Situation“. Andere finden es, einfach ausgedrückt, schlichtweg „nicht fair“.

"Kein fairer Wettbewerb"

Man müsse sich lediglich vorstellen, dass YouTube künftig dafür bezahlen könnte, dass die Videos von AT&T-Kunden ohne dass das Datenvolumen angerührt wird konsumiert werden könnten, die Vimeo-Videos aber nicht, schreibt „The Verge“. Wenn Apple seinen Kartendienst bewerben würde, würde man wohl von Brücken fallen, weil man auf Google Maps verzichtet habe. „Das ist kein fairer Wettbewerb, sondern das Prinzip Bezahlen, um mitzuspielen. Das wird große Auswirkungen auf den freien Markt im Netz haben“, so „The Verge“.

Die US-NGO Public Knowledge steht dem „Sponsored Data“-Programm auch skeptisch gegenüber. Co-Präsident Michael Weinberg fordert die Behörde Federal Communications Commission (FCC) dazu auf, das Programm zu überprüfen. Weinberg sieht darin die Netzneutralität gefährdet. Provider sollen nicht kontrollieren können, welche Inhalte Kunden zu Gesicht bekommen, so Weinberg.