Netzpolitik
13.07.2014

Staatstrojaner in Deutschland von NSA-naher Firma

In Deutschland arbeitet das Bundeskriminalamt (BKA) an einem neuen Staatstrojaner. Dabei kooperiert es mit dem umstrittenen US-Dienstleister CSC.

Das deutsche BKA kooperiert bei der Entwicklung von Überwachungssoftware eng mit der deutschen Tochter des umstrittenen US-Dienstleisters CSC, wie der „Spiegel“ berichtet. Diese Informationen gehen laut dem Medienbericht aus einem vertraulichen BKA-Schreiben vom 10. Februar hervor.

Staatstrojaner

CSC "unterstützt das BKA beim Projektmanagement und bei der Erstellung der Softwarearchitektur für die BKA-eigene Software zur Quellen-TKÜ", heißt es in dem drei seitigen Papier. Gemeint ist damit ein sogenannten Staatstrojaner, mit dem die Kommunikation von Verdächtigen an deren Computern abgefangen werden kann.

Das deutsche Verfassungsgericht setzte dem Eingriff 2008 ein Ende. Seither arbeitet das BKA an einer neuen Lösung. Das Unternehmen CSC geriet als einer der wichtigsten IT-Dienstleister und Hauptauftragsnehmer der US-Geheimdienste NSA und CIA in die Kritik. Medienberichten zufolge hat CSC Flugzeuge gebucht, in denen Terrorverdächtige in geheime CIA-Gefängnisse transportiert wurden. Menschenrechtsaktivisten riefen daher mehrmals zu einem Boykott des Unternehmens auf.