Netzpolitik 17.11.2012

Taliban veröffentlichen 400 Mailinglist-Namen

© Bild: apa

Beim Aussenden einer E-Mail wurden offenbar CC und BCC verwechselt. Unter den Personen befinden sich zahlreiche Journalisten, aber auch einige Aktivisten sowie ein afghanischer Bandenchef, der für einige Anschläge verantwortlich sein könnte.

Ein offizieller Sprecher der Taliban hat versehentlich mehr als 400 Namen auf einer Mailinglist öffentlich gemacht. Beim Versenden einer Pressemitteilung dürfte er CC mit BCC (Blindkopie) verwechselt haben, wie ABC News berichtet. Qari Yousuf Ahmed hatte laut dem Bericht eine Mail mit der betreffenden Presseaussendung von einem anderen Taliban-Sprecher erhalten und diese dann an die komplette Taliban-Mailinglist weitergeleitet, ohne die adressierten Personen in BCC zu setzen.

Der Journalist Mustafa Kazemi, der sich auch auf dieser Mailingliste befindet, berichtete auf Twitter über den Vorfall. Er sei mit vier seiner E-Mailadressen auf der Liste vertreten, so Kazemi. Der Fauxpas ereignete sich demnach bereits am vergangenen Samstag.

Journalisten, Aktivisten und ein Bandenchef
Die Mehrheit der Personen, die sich auf der Mailinglist befinden, sollen Journalisten sein. Allerdings finden sich auch einige Aktivisten und Wissenschaftler, ein Gouverneur und ein afghanischer Abgeordneter. Besonders brisant: Auch ein afghanischer Bandenchef, der möglicherweise für einige Anschläge gegen Koaltionstruppen verantwortlich sein könnte, soll auf der Liste zu finden sein.

Dass die Taliban E-Mails aussenden ist nicht ungewöhnlich. Häufig bekennen sie sich darin zu Angriffen auf afghanische und Koalitionstruppen. Bei den Opferzahlen wird häufig bewusst übertrieben.

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Erstellt am 17.11.2012