Netzpolitik
12.03.2014

Tim Berners-Lee fordert Charta für digitalen Raum

Der Vater des World Wide Web verlangt ein weltweites Grundgesetz zum Schutz der Rechte im Internet. Dieses zu erlangen sollte aber keine leichte Aufgabe sein.

Der als Vater des World Wide Web geltende britische Physiker Tim Berners-Lee fordert zum 25. Geburtstag seiner Erfindung eine Charta zum Schutz der Grundrechte im digitalen Raum. Für das Internet sei "ein weltweites Grundgesetz" nötig, sagte Berners-Lee der britischen Tageszeitung The Guardian vom Mittwoch.

Ohne "ein offenes und neutrales Internet, auf das wir uns verlassen können", könne es auch keine "offene Regierung oder gute Demokratie" geben. "Es ist nicht naiv, zu glauben, dass wir das haben können, aber es ist naiv, zu denken, dass wir uns einfach zurücklehnen und es bekommen können", sagte Berners-Lee. Der 58-Jährige hatte am 12. März 1989 einen Vorschlag für sein Datenaustauschsystem World Wide Web (WWW) präsentiert.

Feinde des Internets

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilte indes die Geheimdienste NSA aus den USA und GCHQ aus Großbritannien als "Feinde des Internets". Die Dienste hätten das Internet zu einer "Waffe im Dienst spezieller Interessen gemacht" und machten sich so mit Diktaturen gemein, erklärte sie.

Seit Juni kamen durch Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden eine Reihe von Spähaktivitäten der NSA und verbündeter Dienste ans Licht. So überwachte die NSA unter anderem massenhaft E-Mails und Telefonate von unbescholtenen Bürgern rund um die Welt.