Netzpolitik
29.11.2017

Trumps verbreitet islamfeindliche Videos per Twitter

Trump hat auf Twitter drei Videos weiterverbreitet, die von einer islamfeindlichen britischen Gruppe ins Internet gestellt wurden. Aus London erntete er dafür scharfe Kritik.

Bei den sogenannten Retweets handelte es sich um Aufnahmen, die von Jayda Fransen, Vizechefin der Gruppe Britain First, auf dem Kurznachrichtendienst verbreitet wurden. Ihrer Darstellung zufolge ist zu sehen, wie ein Teenager zu Tode geprügelt, ein Junge auf Gehhilfen geschlagen und eine christliche Statue zerstört wird. Alle drei Taten sollen ihr zufolge von Muslimen begangen worden sein.

DieNachrichtenagentur Reuters konnte die Echtheit der Videos nicht überprüfen. Fransen erklärte, sie stammten aus verschiedenen Stellen im Internet.Die britische Opposition forderte die Regierung in London umgehend auf, Trumps Retweets zu verurteilen. Diese seien „abscheulich, gefährlich und eine Gefahr für unsere
Gesellschaft“, schrieb Labour-Chef Jeremy Corbyn selbst auf Twitter.

Reaktion aus London

Die britische Regierung hat Trump in Folge auch tatsächlich ungewöhnlich scharf kritisiert. Die Retweets einer anti-islamischen Gruppierung durch Trump seien „falsch“, hieß es am Mittwoch aus dem Londoner Regierungssitz Downing Street. "Britain First versucht Gemeinschaften durch ihre hasserfüllten Narrative zu spalten, die Lügen verbreiten und Spannungen anheizen. Sie erzeugen Angst bei rechtschaffenen Leuten“, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Die Briten lehnen die mit Vorurteilen geladene Rhetorik der extremen Rechten ab, die den Werten dieses Landes widersprechen: Anstand, Toleranz und Respekt.“

Trump hatte sich im Wahlkampf für ein Einreiseverbot für Muslime in die USA ausgesprochen. Als Präsident hat er mehrere Anläufe unternommen, die
Einreisevorschriften zu verschärfen, ist dabei jedoch von Gerichten gebremst worden.