Netzpolitik
27.06.2013

Twitter fordert mehr Transparenz bei Anfragen

Nach dem NSA-Abhörskandal rund um das PRISM-Programm fordert Twitter-Chef Dick Costolo nun von den Regierungsstellen das Recht, betroffene Nutzer über Anfragen informieren zu dürfen. Zuletzt hatten Microsoft, Facebook und Yahoo die Zahl der Regierungsanfragen veröffentlicht.

Angesichts der Debatte um Überwachung von Internetkommunikation hat der Chef des Kurznachrichtendienstes Twitter mehr Spielraum für Internetfirmen gefordert, ihre Nutzer über eine mögliche Weitergabe von Daten zu informieren.

Twitter wolle detailliertere Angaben zu Anfragen von Regierungsstellen nach Nutzerdaten veröffentlichen dürfen, sagte Dick Costolo am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Journalistenkonferenz in Washington. Twitter schloss sich bereits Forderungen anderer Internetfirmen nach mehr Transparenz an.

Bollwerk Twitter
Der Online-Dienst war im Gegensatz zu Internetunternehmen wie Google und Facebook bisher nicht mit dem ÜberwachungsprogrammPrism" des US-Geheimdienstes NSA in Verbindung gebracht wurden. In der Vergangenheit wehrte Twitter sich gegen Polizeianfragen nach Nutzerdaten, etwa im Falle eines Aktivisten bei „Occupy-Wall-Street"-Demonstrationen.

Twitter versuche generell, bei „breiten Anfragen" Widerstand zu leisten, sagte Costolo einem Bericht der „ Washington Post" zufolge bei der Konferenz. „Wir haben eine prinzipielle Haltung dazu und wir versuchen, diese Linie nicht zu überschreiten", sagte er.

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