Netzpolitik
07/23/2013

UK: ISPs müssen Pornoseiten blockieren

Der britische Premierminister David Cameron hat am Montagabend Pläne vorgestellt, wonach bis Ende 2013 Webseiten mit pornographischen Inhalten von den britischen Internetanbietern (Internet Service Providers – ISPs) standardmäßig blockiert werden müssen.

Um den britischen Porno-Filter zu deaktivieren, muss der Inhaber des Internetzugangs einen Antrag stellen, indem er auch nachweist, über 18 Jahre alt zu sein. Betroffen sind gewöhnliche Breitbandzugänge sowie mobiles Internet auf Smartphones. Auch öffentliche WLAN-Hotspots müssen die nicht-jugendfreien Inhalte

. Bis Ende 2013 sollen die Maßnahmen landesweit in Kraft treten.

„Ich mache das nicht, um zu moralisieren oder um Panik zu machen, sondern weil ich als Politiker und Vater fühle, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist“, so Cameron am Mittwoch. „Es geht mir darum, wie wir unsere Kinder und deren Unschuld schützen“, so der Premierminister weiter.

Der Schritt kommt nicht völlig unerwartet, so hat Cameron bereits Ende 2012 in der britischen Tageszeitung Daily Mail

, verstärkt gegen Pornos im Internet vorgehen zu wollen. Die Zeitung führt bereits seit über einem Jahr einen Krieg gegen Pornos und brachte regelmäßig Schlagzeilen wie „Kinder wachsen süchtig nach Porno-Webseiten auf“ und „Online-Pornos machen aus Kindern Sex-Verbrecher“.

Maßnahmen gegen Kinderpornografie
Cameron kündigte außerdem an, auch verstärkt gegen Kinderpornografie im Web vorgehen zu wollen. So werden Internetprovider kontrollieren, welche Suchbegriffe eingetippt werden. Sollten Wörter gesucht werden, die mit illegaler Pornografie zu tun haben, werden Internet-User gewarnt, dass sie ihren Job, ihre Familie und ihre Freiheit verlieren, wenn sie sich derartige Inhalte ansehen.

Cameron fordert außerdem eine „schwarze Liste“ an Suchbegriffen, die zu keinen Ergebnissen führen und nimmt hier auch die Suchmaschinenbetreiber in die Pflicht: „Ich habe eine eindeutige Nachricht für Google, Bing, Yahoo und den Rest: Sie haben die Aufgabe, hier zu reagieren.“ Die Suchmaschinen sollen sich dabei nicht auf technische Hürden ausreden, sondern ihre „großen Gehirne“ nutzen, derartige Hürden zu umgehen.

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