Militär
11/09/2011

US-Armee nutzt gefälschte Elektronikbauteile

Tausende Kriegsgeräte der USA sollen mit gefälschter Elektronik aus China ausgestattet sein. Betroffen sind Flugzeuge, Schiffe und Lenkraketen. Das hat ein Ausschuss des US-Senats nun aufgedeckt.

Der Armeeausschuss des US-Senats hat 1800 Fälle aufgedeckt, in denen das Pentagon unwissentlich gefälschte Ersatzteile für Militärtechnik eingekauft hat. Das berichtet der britische Telegraph. Verbaut wurden die Teile unter anderem in Militärflugzeugen wie der den Transportmaschinen Boeing C-17 und der Lockheed Martin C-130J „Super Hercules“. Die aufgedeckten 1800 Teile seien nur die „Spitze des Eisberges“, wie US-Senator Carl Levin angibt.

In sieben von zehn untersuchten Fällen stammte die gefälschte Elektronik aus China, während 20 Prozent auf Umschlagplätze in Großbritannien oder Kanada zurückzuführen waren.

In der südchinesischen Provinz Guandong werden Mikrochips oft aus Fabriken geschmuggelt oder aus alten Computerteilen ausgebaut und als neu weiterverkauft. Die Computerchips in „Militärqualität“ werden auf chinesischen Märkten teilweise offen verkauft, dabei handelt es sich jedoch oft nur um konventionelle Elektronik in neuer Verpackung. Militärische Chips sollten eigentlich widerstandsfähiger sein und extremeren Temperaturen und Luftfeuchtigkeit standhalten.

Laut Experten geht das Problem der gefälschten Teile auf einen Erlass aus den 1990er Jahren zurück, den der damalige US-Präsident Bill Clinton erlassen hat. Darin hieß es, es sollen Kosten reduziert werden, indem elektronische Bauteile „von der Stange“ gekauft werden, anstatt eigene Technologien zu entwickeln.