Netzpolitik 14.02.2012

USA: Außenministerium setzt auf Facebook

Laut US-Berater gehören Facebook und Twitter zum Alltag der US-Außenpolitik

Soziale Online-Netzwerke wie Twitter und Facebook sind zu einem alltäglichen Instrument der amerikanischen Außenpolitik geworden. Praktisch jedes Konsulat und jede Botschaft der USA benutze Social-Media-Dienste, sagte Ben Scott, Berater von US-Außenministerin Hillary Clinton, am Dienstag auf der Konferenz Social Media Week in Hamburg.

Ziel sei es, mit Nutzern in Kontakt zu kommen, von denen man über die klassischen Medien wenig höre. Dafür twittere das Außenministerium auch in Fremdsprachen, etwa Arabisch, Russisch, Persisch, Mandarin und Spanisch. Clinton hatte die Social-Media-Offensive vor drei Jahren angeschoben.

Die Aktivitäten seien eine Möglichkeit zu lernen, was in der Welt passiere: „Es ist eine Chance für uns zuzuhören“, sagte Scott. Diese Erkenntnisse würden zumindest indirekt in die Außenpolitik einfließen, indem sie die Meinung der Entscheider beeinflussten.

Facebook wichtigste Plattform
Facebook sei dabei die wichtigste Plattform, weil man dort die meisten Menschen erreiche, sagte der Berater: „Auf einer eigenen Regierungsplattform würde niemand auftauchen.“ Scott betonte, dass es sich auch um einen Versuch handle: „Manchmal haben wir Erfolg, manchmal auch nicht. Wir experimentieren noch.“

Auch unter den US-Diplomaten habe es Vorbehalte gegen den Einsatz sozialer Medien gegeben, gerade unter den älteren. „Einige hielten es für unseriös.“ Allerdings sei das der falsche Ansatz, sagte Scott: „Auch 95 Prozent aller Telefongespräche sind gehaltlos, trotzdem ist das Telefon kein unseriöses Medium.“

Auf der Social Media Week geht es noch bis Freitag um den Einfluss sozialer Medien auf Wirtschaft, Politik und Verbraucher. Die Veranstalter sprachen am Dienstag von bislang 4000 Teilnehmern.

Erstellt am 14.02.2012