Sicherheit
11/22/2010

USA: Clinton für weniger Flughafen-Kontrollen

US-Außenministerin fordert Zurückhaltung

US-Außenministerin Hillary Clinton hat Zurückhaltung beim Abtasten von Passagieren bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen gefordert. Clinton sagte in Interviews mit den US-Fernsehsendern CBS und NBC am Sonntag, die verschärften Sicherheitsmaßnahmen seien notwendig, die Regierung solle aber prüfen, wie die Zahl der Menschen, die sich vollen Körperscans und dem Abtasten des Intimbereichs unterziehen müssen, reduziert werden könnten. Es gehe darum, das richtige Verhältnis zwischen weniger zudringlichem und gleichzeitig präziserem Vorgehen zu finden.

Unterdessen hat die US-Bundesbehörde für Transportsicherheit TSA eine Änderung der Praxis ausgeschlossen. Obwohl die Maßnahmen zudringlich seien, schlossen die Gefahren für die Luftsicherheit eine Änderung der Maßnahmen aus, sagte der Chef der TSA John Pistole am Sonntag im Interview mit dem Fernsehsender CNN. Er habe Verständnis für die ablehnende Haltung mancher Passagiere, aber man stehe einem entschlossenen Gegner gegenüber. Die Checks an Flughäfen seien die letze Verteidigungslinie.

Nacktscanner und Leibesvisitationen

In den USA wird derzeit kontrovers über Nacktscanner und Leibesvisitationen an Flughäfen diskutiert. Für Gegner der verschärften Kontrollen ist der Informatiker John Tyner inzwischen zur Ikone des Protests geworden, nachdem er sich am Flughafen von San Diego geweigert hatte, sich im Intimbereich abtasten zu lassen. Auf einem Internetvideo ist der 31-Jährige zu sehen, wie er einen Sicherheitsbeamten anfährt: "Geh mir nicht ans Zeug, sonst lass ich dich festnehmen." Zuvor hatte sich Tyner geweigert, den neuen Nacktscanner zu passieren, der erlaubt, unter der Kleidung verborgene Gegenstände zu erkennen. Wegen seines Ausbruchs wurde Tyner des Flughafens verwiesen.

"Inzwischen ist es soweit, dass jedes Mal, wenn wir zu Weihnachten zu Oma fliegen, unsere Genitalien aufgenommen werden", schreibt der //Huffington Post//-Leitartikler Jay Michaelson. Er sieht darin "eine empörende Ausweitung des Polizeistaates". Die //Daily News// sieht zumindest Anpassungsbedarf bei der Wortwahl der Sicherheitsbeamten. Bei Tyner hätten die Anweisungen des Beamten wie in einem leicht schmierigen Massagesalon geklungen, schreibt das Blatt. So ist auf dem Video der Beamte mit den Worten zu hören: "Wir werden nun eine Leistenkontrolle vornehmen. Das heißt, ich lege meine Hand auf Ihre Hüfte und meine andere Hand auf die Innenseite Ihres Schenkels und werde dann langsam hoch- und runtergleiten."

(apa)

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