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Datenschutz
07/19/2013

USA: Polizei verfolgt Autofahrer-Bewegungen

Die American Civil Liberties Union prangert die massenhafte Speicherung von Daten an, die mittels automatischer Nummerntafel-Erkennung gewonnen werden. Einige Gemeinden speichern diese Daten mehrere Jahre lang, andere sogar auf unbestimmte Zeit.

"Automatische Nummerntafel-Lesegeräte sind die verbreitetste Rückverfolgungs-Technologie, von der sie wahrscheinlich niemals etwas gehört haben", schreibt die American Civil Liberties Union (ACLU) auf ihrer Webseite. In vielen US-Gemeinden werden ein- und ausfahrende Fahrzeuge von Kameras automatisch registriert.

So genannte "Number Plate Recognition" kommt auch mobil zum Einsatz. Die damit erfassten Kennzeichen werden über regionalspezifisch unterschiedliche Perioden gespeichert. In einigen Gemeinden müssen die Daten bereits nach wenigen Tagen gelöscht werden, in anderen müssen sie auf unbestimmte Zeit aufbewahrt werden.

Über 99 Prozent der damit erfassten Bewegungsprofile stammt jedoch von unschuldigen Personen. In den wenigsten Fällen können Gesetzesübertretungen mit den Nummerntafeln korreliert werden - und auch dabei handelt es sich meist nur um geringe Vergehen.

47 aus 85 Millionen
Wie NBC News aus dem ACLU-Bericht zitiert, wurden etwa im US-Bundesstaat Maryland im Jahr 2012 85 Millionen Nummerntafeln erfasst. In nur einem von 500 Fällen konnte ein Vergehen festgestellt werden. 97 Prozent dieser Fälle fielen unter geringe Gesetzesübertretungen. Nur 47 Nummerntafeln konnten mit "potentiell ernsthaften" Verbrechen in Verbindung gebracht werden.

Die ACLU tritt nicht gegen eine generelle Abschaffung von Kameras mit Nummerntafelerkennung ein, verlangt aber eine strenge Regelung, wie lange die aufgezeichneten Daten aufbewahrt werden dürfen.

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