Netzpolitik
12.02.2012

Verfassungsschutz fürchtet "Online-Dschihad"

Hinweise auf Radikalisierung von Einzeltätern durch Internet

Nach der Verurteilung des islamistischen Attentäters Arid U. wegen des Mordes an US-Soldaten in Frankfurt hat das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz vor einem „Online-Dschihad“ durch radikalisierte Einzeltäter gewarnt. Das Internet trage dazu bei, dass Radikalisierungen bei Einzelnen in letzter Zeit stark zunähmen, sagte der Vizepräsident der Behörde, Alexander Eisvogel, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er nannte U. einen „typischen Fall für eine Selbstradikalisierung durch das Internet“.

U. hatte im März 2011 vor und in einem Armeebus am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten getötet und zwei weitere lebensgefährlich verletzt. Er war deswegen am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Eisvogel sagte dazu, neben den bisher üblichen Wegen der Radikalisierung beobachteten die Behörden heute eine digitale Vergemeinschaftung, die in sozialen Netzwerken wie Facebook stattfinde. „Das Web 2.0 leistet nun auch das, was zuvor allein Prediger, Gebetszirkel oder Koranschule boten: die Bildung einer sozialen Gruppe, die auf andere ausstrahlt“, sagte der BfV-Vizepräsident. Auch das Terrornetzwerk Al-Kaida werbe im Internet dafür, dass Einzeltäter im Westen Anschläge verüben sollten.