Netzpolitik
06.06.2014

Vodafone legt staatliche Überwachung offen

Der Telekomkonzern erklärt, staatlichen Geheimdiensten auf der ganzen Welt einen direkten Zugang zur Kommunikation seiner Kunden gewährt zu haben.

Der global agierende Telekommunikationskonzern Vodafone hat sein Schweigen zur staatlichen Überwachung gebrochen. Das Unternehmen gab laut einem Bericht des Guardian bekannt, dass staatliche Institutionen Zugänge haben, um Kommunikation über Vodafone direkt zu überwachen.

Dabei können sowohl Verbindungsdaten ausgelesen als auch Gespräche in Echtzeit mitgehört werden. In welchen der 29 Länder, in denen Vodafone aktiv ist, derartige Überwachungsmethoden wirklich eingesetzt werden, ist unklar.

"Albtraumszenario"

Gus Hosein von der Non-Profit-Organisation Privacy International spricht im Zuge der Berichte von einem „Albtraumszenario“, das nun bestätigt wurde. „Ich hätte mir nie gedacht, dass Telekommunikationsunternehmen sich so mitschuldig machen. Es ist ein mutiger Schritt von Vodafone und ich hoffe, dass auch andere Telekommunikationsunternehmen bei ihrer Informationspolitik mutiger werden.“ Noch wichtiger wäre laut Hosein jedoch, dass die Konzerne gegen die Überwachung und gegen entsprechende Gesetze ankämpfen.