Zensur
12/31/2011

Website von Irans Ex-Präsident gesperrt

Auf Anordnung der Regierung

Der ehemalige iranische Präsident Akbar Hashemi-Rafsanjani, der heute zu den prominentesten Figuren der Opposition zählt, hat auf Anordnung der Regierung seine Internetseite verloren. Die Betreiberfirma sei von staatlichen Stellen angewiesen worden, die Website zu schließen, berichtete Rafsanjanis Bruder der Nachrichtenagentur ISNA.

Fünf Millionen Seiten betroffen
Die Sperrung von Internetseiten wird im Iran von der Regierung beschlossen und dann auf Anordnung der Justiz umgesetzt. In dem Land sind derzeit nach Schätzungen mehr als fünf Millionen Seiten im Netz blockiert. Um dies zu umgehen, setzen die Bürger spezielle Software oder sogenannte virtuelle private Netze (VPN) ein.

Rafsanjani war von 1989 bis 1997 Staatschef und ist einer der wichtigsten Architekten des islamischen Systems im Iran. Er zählt aber zu den schärfsten Kritikern von Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Bereits im März hatte der als pragmatisch geltende Kleriker ein wichtiges Amt verloren.

Er wurde damals als Vorsitzender des sogenannten Expertenrates abgelöst. Das Gremium, dem Rafsanjani seit 2006 vorstand, ist formal für die Wahl und Kontrolle des Revolutionsführers zuständig - seit mehr als 20 Jahren ist das Ayatollah Ali Khamenei.

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