Netzpolitik 05.07.2016

Widerspruch gegen die Facebook-AGB ist sinnlos

© Bild: Reuters MIKE SEGAR

Auf Facebook kursieren derzeit zahlreiche Widerspruchs-Meldungen gegen vermeintlich neue AGB. Warum diese sinnlos sind, erklären wir euch hier.

Seit Montag häufen sich auf dem sozialen Netzwerk Facebook kettenbriefartige Widerspruchs-Meldungen zu angeblich neuen AGB. Diese sind Hoaxes. Die Facebook-Richtlinien wurden in jüngster Vergangenheit auch nicht geändert. Zuletzt gab es Ende Jänner 2015 eine Anpassung. Ein derartiger Widerspruch in der Form eines Status-Updates ist außerdem völlig sinnlos.

Rechtlich irrelevant

Nutzer versuchen Facebook das „Veröffentlichen, Vervielfältigen, Verbreiten und Senden“ der eigenen Inhalte zu verbieten. Dabei wird nämlich vergessen, dass man bereits mit dem Einrichten eines Facebook-Kontos den AGB zustimmt und bestimmte Rechte an das Netzwerk abtritt. Ein derartiger Widerspruch per Status-Update ist daher rechtlich haltlos.

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So sieht der Hoax aus. © Bild: Screenshot
Der einzige Ausweg für Nutzer, die gegen Facebooks Datensammelwut oder auch gegen neue AGB sind (wenn es denn gerade welche gibt), ist, das eigene Profil zu löschen und Facebook zu verlassen (oder sich erst gar nicht anzumelden). Ähnliche Hoaxes sind bereits seit 2013 immer wieder im Umlauf.

Information und Witz

Viele Nutzer, aber auch Medien, machen sich auf Facebook aber auch über die aktuelle Widerspruchs-Welle lustig. Viele Informieren ihre Mitmenschen aber auch einfach über die Falschinformation. Gerade die Information ist wichtig – denn jeder, der den Hoax weiterverbreitet, trägt zur Verunsicherung anderer Nutzer bei. Das "Süddeutsche Magazin" vergleicht Hoaxes wie diesen etwa mit Folgenden Dingen: "Auf dem Strafzettel von gestern vermerken: Ich erkläre hiermit, dass ich überall in der Stadt parken darf."

( futurezone ) Erstellt am 05.07.2016