Netzpolitik
14.06.2015

Zeitung: BND ließ eigene Außenstelle überwachen

Die NSA wollte mithilfe von "amerikanisierten" BND-Mitarbeitern die Rüstungskonzerne EADS und Eurocopter überwachen. Daraufhin wurden die eigenen Mitarbeiter überwacht.

In der Affäre um die Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst NSA hat der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) einem Zeitungsbericht zufolge die eigenen Mitarbeiter in der Abhörstation in Bad Aibling überwacht. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, war im Jänner 2006 in der BND-Zentrale in Pullach bekannt geworden, dass die NSA mithilfe des deutschen Geheimdienstes die deutsch-französischen Rüstungsunternehmen EADS und Eurocopter ausspionieren wollte.

Überwachung der Überwacher

Daraufhin habe die BND-Führung technische Vorrichtungen in Bad Aibling installieren lassen, um den Informationsstrom an den US-Dienst zu überwachen. Die interne Spionage wurde dem Bericht zufolge vor den Mitarbeitern in der Abhöranlage geheim gehalten. Wie die "Bams" unter Berufung auf ein BND-Papier berichtete, hielt die BND-Spitze sie aufgrund ihrer engen Zusammenarbeit mit der NSA für "amerikanisiert". Zu den Ergebnissen der Operation existieren dem Bericht zufolge keine Akten. Trotz der Zweifel hätten der BND und das Bundeskanzleramt aber an dem Datenaustausch mit der NSA festgehalten.