© AP/Steven Senne

Netzpolitik
01/05/2018

Zuckerberg denkt über Kryptowährungen auf Facebook nach

Der Konzernchef verspricht verstärkten Kampf gegen Hetze und Fake-News, will sich aber auch Verschlüsselungs- und Kryptowährungstechnologien näher ansehen.

Facebook zu verbessern ist das Ziel von dessen Chef Mark Zuckerberg für das Jahr 2018. In der Neujahrsbotschaft auf seiner Facebookseite schrieb Zuckerberg am Donnerstag, die Welt sei "besorgt", und für Facebook gebe es "viel zu tun": Schutz vor Missbrauch und Hass, vor Einmischung einiger Staaten und auch dafür zu sorgen, dass die auf Facebook verbrachte Zeit gut angelegt sei.

Das soziale Netzwerk, das eigenen Angaben zufolge zwei Milliarden Nutzer hat, war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten. Facebook wurde insbesondere vorgeworfen, problematische Inhalte nicht wirksam zu bekämpfen, wie etwa Aufruf zum Hass, Verteidigung von Terrorismus oder sogenannte Fake News. Dies fiel zusammen mit Vorwürfen, Russland habe über Google, Twitter und Facebook in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingegriffen.

Seine persönliche Herausforderung für das neue Jahr sei "die Lösung dieser wichtigen Fragen", schrieb der 33-jährige Konzernchef. Nicht alle Fehler ließen sich vermeiden. Aber derzeit unterliefen Facebook zu viele Fehler in Bezug auf die Einhaltung der Regeln und der Vermeidung missbräuchlicher Benutzung, räumte Zuckerberg ein.

Neuer Vorstoß für Mobile Payment

Unter den möglichen Lösungsbeispielen nannte Zuckerberg auch "Verschlüsselung und Kryptowährungen". Diese Technologien könnten großen Internet-Konzernen wie Facebook dabei helfen, das verlorene Vertrauen der Nutzer wieder zurückzugewinnen. Das liege auch daran, dass diese "Macht aus zentralisierten Systemen nehmen und diese wieder zurück in die Hände der Menschen gibt", so Zuckerberg. Das sei ein Risiko, er werde sich aber dieses Jahr intensiv mit den "positiven und negativen Aspekten dieser Technologien auseinandersetzen und wie man sie am Besten in unseren Diensten einsetzen kann".

Facebook versucht bereits seit einigen Jahren vergeblich in das Mobile-Payment-Geschäft vorzustoßen. 2014 wurde der ehemalige Paypal-Präsident David Marcus abgeworben, der mittlerweile das Messenger-Geschäft von Facebook leitet. Marcus ist seit wenigen Wochen auch Teil des Aufsichtsrates der Kryptowährungsplattform Coinbase. Als Vorbild für Facebook galt stets der chinesische Markt, auf dem WeChat mit WePay die Zahlung revolutionieren konnte - dort war binnen weniger Jahre Bargeld überflüssig, fast jedes Unternehmen setzt mittlerweile auf Smartphone-Zahlungen. Gemeinsam mit AliPay dominiert WeChat Pay diesen Markt, der mittlerweile rund 500 Millionen Nutzer zählt. Zum Vergleich: Der Rest der Welt kann lediglich 556 Millionen Mobile-Payment-Accounts vorweisen.