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31.03.2014

Action-Cam GoPro Hero3+: Gewohnt gut, aber wenig Neues

Die futurezone hat den Tonangeber der Actioncams unter die Lupe genommen: Die GoPro Hero3+ Black Edition hat viele kleine Verbesserungen aber keine wirklichen Neuerungen.

Egal ob mit Skiern im Tiefschnee, mit dem Mountain-Bike auf Waldwegen oder auf dem Surfboard im Wasser – für viele Freizeitsportler gehört eine Action-Kamera mittlerweile zur Ausstattung ihrer Sportausrüstung. Die futurezone hat sich den Platzhirschen unter den Actioncams – die GoPro Hero3+ Black Edition – genauer angesehen.

GoPro Hero3+ Black Edition

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Die neueste GoPro-Generation Hero3+ ist in zwei Ausführungen – Black Edition und Silver Edition – erhältlich. Zwar wird auch die White Edition angeboten, diese ist aber eine Hero3. Die Black Edition ist die einzige Ausgabe, der eine Fernbedienung beigelegt ist. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Ausführungen wird neben dem Umfang des Zubehörs noch bei der maximal möglichen Höhe der Video- und Foto-Auflösung evident. Die GoPro Hero3 White Edition kostet 249 Euro, die Hero3+ Silver Edition ist für 349 Euro zu haben und für die Black Edition, die Premium-Ausgabe, die die futurezone getestet hat, kommen noch einmal hundert Euro drauf.

Nicht viel Neues

Zu Beginn gleich die Ernüchterung: Wie die Bezeichnung mit dem angefügte Plus bereits suggeriert, wurde die GoPro Hero3+ lediglich überarbeitet und nicht von Grund auf neu gestaltet. So wurde etwa die Leistungsfähigkeit des Akkus verbessert; die WLAN-Verbindung ist nun schneller und die Einstellungen erlauben mehr Flexibilität. Dazu kommen ein paar zusätzliche Features wie SuperView oder Auto Low Light Mode, Optimierungen bei der Optik und ein Facelift des Gehäuses.

Kleineres Gehäuse

Das wasserdichte Gehäuse wurde überarbeitet, sodass es nun um zwanzig Prozent kleiner ist als jenes der Hero3. Der Abspeckkur wurde allerdings ein bisschen Isolierung geopfert, sodass das neue, kleinere Gehäuse “nur” mehr bis zu vierzig Meter wasserdicht ist. Mit dem Älteren konnte man noch zusätzliche zwanzig Meter tiefer tauchen, ohne, dass Wasser eindrang.

Im Zuge der Überarbeitung wurden dem neuen Gehäuse größere Tasten verpasst, was das Bedienen mit Handschuhen oder während des “Outdoor-Einsatzes” einfacher macht. Da sich bis auf das Plus im Schriftzug äußerlich – also Abmessungen und Gewicht – an der Kamera nichts geändert hat, kann auch die Vorgängerversion Hero3 im neuen Case verwendet werden.

Anschlüsse

Bezüglich Anschlüsse wurde weder eingespart noch ausgebaut: So verfügt die Hero3+ über einen Mini-USB- und einen Micro-HDMI-Anschluss sowie einen Steckplatz für eine microSD-Karte Klasse 10 mit maximal 64 GB. Wer ein externes Mikrofon an die GoPro anschließen will, muss sich nach wie vor einen Mini-USB auf 3,5-mm-Klinken-Adapter um 25 Euro zulegen.

Auch das kleine Display an der Vorderseite der Kamera ist gleich geblieben. Durch die Verwendung von zwei Tasten können mithilfe dieses Schwarz-Weiß-Displays sämtliche Einstellungen der Kamera verändert und angepasst werden.

Auflösung, Framerate und Fotomodus

Bei der GoPro Hero3+ Black Edition kommt derselbe Bildsensor wie bei der Vorgängerin zum Einsatz. Auch die feste Blende bleibt bei f/2,8. Die Linse hingegen wurde überarbeitet, was – laut Hersteller-Angaben – die Farben besser zur Geltung bringt und bis zu 33 Prozent schärfere Bilder ermöglicht.

Wie schon bei den Vorgängermodellen bedingen sich Frames-Per-Second (fps) und Auflösung gegeneinander. Das heißt: Je höher die Auflösung, desto weniger fps sind möglich. Die höchste Auflösung der GoPro Hero3+ wird zwar mit 4K angegeben, ist aber bei maximal 15 fps (NTSC) bzw. 12,5 fps (PAL) kaum zu gebrauchen. Bei der wohl gängigsten Auflösung von 1080p ist die Hero3+ in der Lage 60 (NTSC) bzw. 50 (PAL) Bilder pro Sekunde aufzunehmen. Bei 720p sind 120 (NTSC) bzw. 100 fps (PAL) möglich. Aufgenommen wird nach wie vor im mit H.264 Codec im MP4-Format.

Fotomodus

Auch beim Fotomodus gibt es kaum Neuerungen. Auflösungen können zwischen 12 MP, 7 MP und 5 MP gewählt werden. Mit Abstufungen dazwischen reicht die Serienbildfunktion von 30 Fotos in der Sekunde bis drei Fotos in der Sekunde. Hier sind gegenüber der Hero3 ein paar Auswahlmöglichkeiten dazugekommen. Der Zeitraffer erlaubt ein Bild pro halbe Sekunde bis zu einem Bild in der Minute.

Dynamisches 16:9

Ein Feature, das im Zuge der Überarbeitung neu verfügbar ist, nennt sich SuperView. Dabei nimmt die Kamera zwar in 4:3 auf, dehnt das Bild aber dynamisch auf ein 16:9-Format. Die Bildmitte bleibt unverändert während die Ränder des Bildes gestreckt werden.

Da die GoPro-Kameras ohnehin im extremen Weitwinkel, der manchmal bereits an ein Fischaugenobjektiv erinnert, aufnehmen, fällt das dynamische Dehnen der Ränder kaum auf. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen ist die Verzerrung dezent und unauffällig. Befindet sich allerdings das aufzunehmende Objekt am Rand des Bildausschnitts, kann die Verzerrung schon recht deutlich ausfallen.

Auto Low Light Mode

Der Auto Low Light Mode ist eine weitere neue Funktion, über die sich Besitzer der überarbeiteten Plus-Ausgabe freuen dürfen. Diese Einstellung ist besonders für schlechte Lichtverhältnisse konzipiert. Wie die Bezeichnung schon sagt, soll dabei vor allem bei wenig Licht das Bild automatisch aufgebessert werden. Wählt man den Auto Low Light Mode aus, opfert man höhere fps-Möglichkeiten. Auf diese Weise soll jedem Frame die Möglichkeit einer längeren Belichtung gegeben werden.

Fußballspielen und Kite-Surfen

Um ein Fußballspiel aus der Ich-Perspektive aufzunehmen, wurde die Action-Cam am Brustgurt namens Chesty montiert. Der Brustgurt selbst ist einfach, ähnlich wie ein Rucksack anzulegen, liegt eng am Körper und verrutschte selbst bei gröberen Bewegungen oder Zweikämpfen kaum. Während des Spielens waren weder der Brustgurt noch die daran angebrachte GoPro hinderlich.

Beim Kitesurfen am Neusiedlersee machte die GoPro Hero3+ Black Edition eine richtig gute Figur und lieferte bei Sonnenlicht in nasser Umgebung erstklassige Bilder. Auch hier saß der mitgelieferte Chesty wirklich gut, verrutscht selbst bei Stürzen kaum und beeinträchtigte den Bewegungsablauf nicht. Nur das Hüfttrapez, an dem der Kite hängt, kam dem Brustgurt ab und zu in die Quere, sodass die Kamera, nachdem sie verdrängt wurde, mehrmals neu ausgerichtet werden musste.

WLAN, App und Videoschnitt

Wie schon die Vorgängerversion erstellt die kleine Kamera einen WLAN-Access-Point, der eine drahtlose Verbindung zwischen Kamera und Smartphone ermöglicht. Die WLAN-Verbindung wurde dabei deutlich verbessert. Die Verzögerung von vormals an die vier Sekunden fällt jetzt mit knapp einer Sekunde nicht mehr ganz so tragisch aus.

Obwohl die Leistungsfähigkeit des Akkus von 1050 auf 1180 mAh verbessert wurde – was die Akkulaufzeit um dreißig Prozent verlängern soll – beansprucht die WLAN-Funktion den Kameraakku überdurchschnittlich. Daher kann es sinnvoll sein, den WLAN Access Point lediglich zum Adjustieren der Einstellungen einzuschalten. Das Abspielen von Videos, die auf der SD-Karte der Kamera gespeichert sind, ist via WLAN-Verbindung in der Smartphone-App nur eingeschränkt möglich und hängt von Dateiformat und Betriebssystem ab.

Einstellungen

Die übersichtlich gestaltete App – sowohl für Android und iOS als auch für Windows Phone – eignet sich bestens dazu, sämtliche Einstellungen an der Kamera vorzunehmen. Framerate, Auflösung oder ähnliches an der Kamera selbst auszuwählen, ist einfach und selbsterklärend gelöst. Allerdings kann die Kombination aus kleinem Schwarz-Weiß-Display, zwei Auswahltasten und der Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten zur Geduldsprobe werden.

Screenshots der GoPro App

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GoPro Studio

Das dazugehörige Videoschnittprogramm GoPro Studio 2.0.1 kann auf der GoPro-Website kostenlos heruntergeladen werden. Das Programm ist sehr einfach und simpel aufgebaut, sodass wohl auch jene, die mit Videoschnitt noch nie in Berührung kamen, etwas Passables zusammenschnipseln können. Allerdings könnten die zahlreichen verschiedenen Framerates, Auflösungen und Spezialeinstellungen für etwas Verwirrung sorgen. Wer mit professionelleren Schnitt-Programmen vertraut ist, wird um das GoPro Studio 2.0.1 vermutlich einen Bogen machen.

Unterm Strich

Mit der GoPro Hero3+ Black Edition unterstreicht Woodman Labs seine Vormachtstellung unter den Actioncams. Das fischaugenähnliche Objektiv und die Farbabstimmung haben einen derart hohen Wiedererkennungswert, sodass dadurch selbst langweilige Szenen aufgepeppt werden und man als Betrachter jederzeit damit rechnet, dass etwas unerwartet Actionreiches passiert.

Obwohl es gegenüber der Hero3 kaum Neuerungen gibt und lediglich einige Kleinigkeiten verbessert und um Spezialeinstellungen wie SuperView oder Low Light Mode erweitert wurden, bestechen die GoPro-Aufnahmen nach wie vor durch ihre beeindruckende Bildqualität. Ob sich der Umstieg von einer GoPro Hero3 auf eine Hero3+ lohnt? Wohl eher nicht, denn das “Update” mit den wenigen Neuerungen und Verbesserungen rechtfertigt den Preis von 449 Euro für Umsteiger keineswegs. Berücksichtigt man außerdem den Produktzyklus von GoPro, so dürfte bereits gegen Ende dieses Jahres die nächste Version der Actioncam erhältlich sein.

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