© Thomas Prenner

CES 2012
02/27/2012

Augensteuerung für Windows 8 ausprobiert

Tobii hat auf der Consumer Electronics Show eine Augensteuerung für den Computer vorgestellt. Anstatt mit der Maus den Cursor zu bewegen, blickt man einfach an die gewünschte Stelle. Das harmoniert besonders mit der Metro-Optik von Windows 8.

Tobii hat auf der CES sein System vorgestellt, mit dem die Augen zum Mauscursor werden. Bevor es verwendet werden kann, muss der User das System kalibrieren. Dazu blickt er einfach auf einen Punkt, der nacheinander an verschiedenen Stellen am Bildschirm eingeblendet wird.

Die Augenbewegungen werden bei den gezeigten Prototypen durch zwei Kameras und vier Infrarot-Sensoren erfasst. Die Technik ist direkt im Monitor oder im Notebook eingebaut. Tobii überlegt auch eine Zusatzleiste anzubieten, ähnlich wie Kinect für die Xbox360. Diese erfasst die Augenbewegungen aber weniger präzise, da weniger Kameras und Infrarot-Sensoren verwendet werden.

Im Test funktioniert das System mit eigens von Tobii entwickelter Software, mit der man etwa Bilder in einer Galerie anwählt oder Texte durchscrollt, sehr gut. Bei einem Test mit Windows 8 ist es schon schwieriger. In der derzeitigen Entwicklungsphase wird mit der Blickrichtung der Mauscursor gesetzt – die Maustaste muss man aber noch händisch betätigen (siehe Video). Bei der Metro-Ansicht von Windows 8 funktioniert das noch ganz gut, will man aber etwa im Browser einen Link anklicken, muss man häufig mit der Maus oder dem Trackpad den Mauscursor manuell nachbewegen.

Laut Tobii ist das System nicht speziell für bewegungseingeschränkte Menschen gedacht, sondern für alle User, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Derzeit läuft das System nur auf Windows 7 und 8, eine Mac-Version könnte folgen. In diesem Jahr will Tobii außerdem Hersteller suchen, die spezielle Software und Anwendungen für das System entwickeln. Wann Monitore, die Zusatzleiste oder gar Laptops mit Tobiis Technologie erscheinen werden, ist ungewiss. Im Moment ist nur ein Spielautomat verfügbar. Bei Eye Astroids sieht man herannahende Meteoriten an, um sie zu zerstören und die Erde zu schützen. Der Automat kostet 16.000 US-Dollar – laut Tobii entfallen dabei allerdings nur 6000 US-Dollar auf die eigentliche Technik. 10.000 US-Dollar kostet das Arcade-Gehäuse.

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