© Foto: Applidium

DISPUT

Aus für VLC-Player: Apple putzt sich ab

Der Hickhack um die VLC-Version für mobile Apple-Geräte wie iPhone, iPad und iPod Touch ist um eine interessante Facette reicher. Wie das für die iOS-Portierung verantwortliche Unternehmen Applidium heute auf Anfrage der FUTUREZONE mitteilte, habe sich Apple bereits am Freitag per Mail zum Aus der Applikation gemeldet und den Streit um die Applikation bedauert.

"Es tut uns leid, dass der Disput um die Applikation "VLC Media Player" nicht im Einvernehmen gelöst werden konnte. Wir haben die Applikation aus dem App Store entfernt. Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie bitte Rémi Denis-Courmont", so die Stellungnahme. Wenig überraschend ging Apple nicht im Detail auf die Vorwürfe und die durch den App Store verursachte Lizenzproblematik ein.

Videolan-Präsident: "Diskussion ist lächerlich"


"Seitdem Denis-Courmont die Beschwerde vor Monaten eingereicht hat, hat Apple die AGB bereits vielfach geändert. Das ist doch eine lächerliche Diskussion", kritisiert hingegen Jean-Baptiste Kempf, Präsident der für den VLC-Player verantwortlichen Videolan-Organisation, im Gespräch mit der FUTUREZONE. Natürlich sei die Beschwerde nicht hilfreich gewesen, im Endeffekt habe aber Apple auf sämtliche inhaltliche Fragestellungen bisher nicht reagiert.

Bei Applidium will man den Kampf um die App aber noch nicht so leicht aufgeben. "Wir setzen alles daran, gemeinsam mit Apple und der VLC-Community eine Lösung zu finden und den Player wieder im Store verfügbar zu machen", bekräftigt Applidium-Geschäftsführer Romain Goyet auf Anfrage der FUTUREZONE.

VLC-Community als unberechenbarer Faktor

Abgesehen von Apple, das für seine undurchsichtige App-Politik bekannt ist und selbst mächtige Konzerne wie Google monatelang zappeln lässt, stellt auch die VLC-Entwicklerschar ein unberechenbares Element dar. "Selbst wenn wir mit Denis-Courmant auf einen grünen Zweig kommen, ist nicht gesagt, dass nicht ein anderer VLC-Entwickler gegen die Applikation Einspruch erheben könnte", so Goyet.

Goyet, aber auch Videolan-Präsident Kempf zufolge habe die iOS-Applikation schon bisher nicht gegen die GPLv2 verstoßen. "Umso trauriger stimmt es uns, dass Millionen von Usern ihr Recht auf die Nutzung einer beliebten Open-Source-Software abgesprochen bekommen haben."

Die User, welche die App bereits für ihr iPhone oder iPad heruntergeladen haben, können dies auch weiterhin tun. Allen anderen bleibt nur der Jailbreak des Apple-Geräts als Alternative. Über den Cydia-Store ist der Player weiterhin erhältlich und installierbar.

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(Martin Stepanek)

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